UsabilityDie Usability einer Webseite wirkt sich direkt und indirekt auf die Rankings aus. Viel wichtiger ist aber, dass nur Webseiten mit optimierter Usability die Zufriedenheit der Besucher auf Dauer gew├Ąhrleisten k├Ânnen.

Unter dem Begriff der Usability verbirgt sich eine gro├če Anzahl teilweise v├Âllig unterschiedlicher Kriterien. Nur wer diese kennt und zu optimieren wei├č, kann der eigenen Webseite zum dauerhaften Erfolg verhelfen.

 

Usability: ein Rankingfaktor?

Die wichtigste und meist diskutierte Frage zuerst: Ist die Usability ├╝berhaupt ein Rankingfaktor? Und falls nicht: Wozu sollte man dann ├╝berhaupt den Aufwand in die Optimierung der Usability stecken?

Die erste Frage ist nicht eindeutig zu beantworten. Es gibt keinen offiziellen Rankingfaktor mit dem Namen "Usability" - das liegt daran, dass es eine sehr gro├če Zahl von Faktoren und Kriterien gibt, die zur Usability z├Ąhlen. Sie umfasst neben der Ladezeit (ein Rankingfaktor) zum Beispiel auch die verschl├╝sselte ├ťbertragung von Daten per HTTPS (ein Rankingfaktor) und die richtige Wahl von Farben und Kontrasten (kein Rankingfaktor).

Viel wichtiger aber als die Frage, ob die Usability ein Rankingfaktor ist oder nicht, ist die Optimierung der Seite f├╝r die Nutzer. Diese wirkt sich n├Ąmlich in besonderem Ma├če auf deren Zufriedenheit aus und kann zu Handlungen f├╝hren, die einen Effekt auf das Ranking haben: das Setzen von Links, das Teilen von Beitr├Ągen in sozialen Netzwerken und das Abgeben guter Bewertungen.

Doch welches sind nun die wichtigsten Bestandteile der Usability?

 

Die Seitenhierarchie

Die Seitenhierarchie bildet das Grundger├╝st einer Webseite. In der Seitenhierarchie sind die einzelnen Bereiche, Kategorien und Unterkategorien sowie die Landing Pages in einer bestimmten Struktur angeordnet. Diese Struktur ist entscheidend daf├╝r, wie gut sich die Besucher (und auch die Crawler der Suchmschinen) auf der Seite zurechtfinden.

Beim Erstellen der Webseitenhierarchie sollte darauf geachtet werden, nach m├Âglichst klaren, logischen Gesichtspunkten vorzugehen und sich an den auf der Webseite zu behandelnden Themen zu orientieren.

 

Webseitenhierarchie: Beispiel

 

Ausgehend von der Startseite gibt es auf der darunter liegenden Ebene mehrere Kategorien f├╝r die einzelnen Hauptthemen. Bei Bedarf k├Ânnen diese in weitere Unterkategorien aufgeteilt werden. Darunter folgen dann die einzelnen Landing Pages.

Aufgrund der gro├čen Bedeutung dieser Struktur ist es entscheidend, sich bereits vor dem Erstellen einer Webseite gr├╝ndlich Gedanken zu machen, welche Themen und Unterthemen jetzt oder auch zuk├╝nftig behandelt werden sollen.

Eine logisch geliederte und schl├╝ssige Gliederung sorgt daf├╝r, dass die Besucher der Seite schnell die Inhalte finden, die sie ben├Âtigen. Ein weiterer Nutzen besteht darin, den Crawlern der Suchmaschinen einen klaren Weg durch alle wichtigen Inhalte der Webseite zu weisen. Damit kann erreicht werden, dass neue Inhalte schneller im Index von Google und Co. landen.

 

Navigation und Men├╝

Direkt von der Seitenhierarchie leitet sich das Men├╝ einer Webseite ab. Das Men├╝ gibt letztendlich die einzelnen Elemente der Struktur wieder. Es sollte m├Âglichst ├╝bersichtlich gestaltet werden. Das kann man erreichen, indem nicht gleich zu Beginn alle Elemente des Men├╝s dargestellt werden. Unterkategorien k├Ânnen zum Beispiel erst bei Klick auf eine Hauptkategorie ge├Âffnet werden.

Die Positionierung des Men├╝s ist ebenfalls von Bedeutung. Es sollte sich in einem Bereich befinden, an dem die Nutzer es auch erwarten. Das kann etwa im Bereich des Headers oder in der linken Spalte der Webseite sein.

Bei mobilen Webseiten haben sich inzwischen die sogenannten Hamburger-Men├╝s durchgesetzt - diese erscheinen als Button mit drei parallelen, horizontalen Balken. Ein Klick auf diesen Button ├Âffnet dann das Men├╝.

Zu vermeiden sind mehrere Men├╝s auf einer Seite an unterschiedlichen Stellen. Das f├╝hrt lediglich zur Verwirrung der Nutzer.

 

Breadcrumb-Navigation

Zu enpfehlen ist neben der Hauptnavigation auch eine sogenannte Breadcrumb- oder Brotkrumennavigation. Diese sorgt daf├╝r, dass auf jeder Seite sofort sichtbar ist, wo man sich gerade befindet. Breadcrumb-Navigationen sehen normalerweise aus wie im folgenden Beispiel gezeigt:

Startseite > Kategorie > Unterkategorie > Landing Pages

Die einzelnen Elemente der Breadcrumb-Navigation sind jeweils verlinkt, so dass man sich jederzeit zwischen den einzelnen Hierarchieebenen der Seite hin- und herbewegen kann.

Zus├Ątzlich sollte das Logo der Webseite (klassischerweise oben links auf der Seite angesiedelt) immer mit der Startseite verlinkt sein, damit man mit einem Klick dorthin wechseln kann.

 

Thematische Querverlinkungen anbieten

Unterst├╝tzend f├╝r die Navigation kann eine thematische Verlinkung inhaltlich ├Ąhnlicher Seiten und Artikel wirken. Dabei erscheinen meist unterhalb des Inhalts Vorschl├Ąge f├╝r weitere Artikel, Kategorien oder Produkte, die zur aktuellen Seite passen.

Auch hier ergibt sich ein doppelter Vorteil: Nutzer, die sich mit einem Thema und dessen Facetten n├Ąher besch├Ąftigen m├Âchten, finden passende Vorschl├Ąge. Gleichzeitig erhalten die Crawler der Suchmaschinen einen "K├Âder" zum Abrufen weiterer Seiten.

 

Interne Suche

Erg├Ąnzend zur Navigation kann auch eine interne Suchfunktion dienen: Alles, was die Nutzer nicht ├╝ber das Men├╝ der Webseite finden, kann auf diese Weise zur Verf├╝gung gestellt werden.

Bei der Integration einer internen Suche ist darauf zu achten, diese an einer Stelle zu platzieren, wo die Nutzer sie erwarten. Das ist in der Regel oben rechts auf der Seite.

Die Suchergebnisse sollten in Form einer ├╝bersichtlichen Liste pr├Ąsentiert werden. Jedes Suchergebnis sollte sowohl einen Titel, eine kurze Beschreibung sowie die jeweilige Kategorie enthalten, zu der es geh├Ârt. Optional kann zus├Ątzlich pro Snippet ein Vorschaubild (Thumbnail) dargestellt werden.

Die interne Suche hat einen weiteren Vorteil: Per Auswertung der dort anfallenden Nutzeranfragen kann der Webseitenbetreiber erkennen, wo die Interessen der Nutzer liegen und welche Seiten ggf. in der Navigation fehlen und nachgetragen werden m├╝ssen.

Zu beachten ist, die Ergebnisseiten der internen Suche auf "noindex" zu setzen, damit Google sie nicht erfasst, denn "SERPs in SERPs" sind etwas, das f├╝r die Nutzer frustrierend sein kann.

 

Gliederung der Seiten

Beschreibt die Webseitenhierarchie die ├╝bergreifende Struktur (die Makroebene), geht es bei der Gliederung der einzelnen Seiten um die Mikroebene. Eine schl├╝ssige Aufteilung der Seiten in klar abgrenzbare Regionen mit eindeutig erkennbaren Funktionsbereichen hilft den Besuchern, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen und schnell auf die gew├╝nschten Inhalte zugreifen zu k├Ânnen.

 

Klassische Webseitenaufteilung (Desktop)

 

Die klassische Aufteilung einer Seite zeigt einen Header, einen Contentbereich, eine Navigation sowie einen Footer. Der Header enth├Ąlt klassischerweise das Logo, m├Âglicherweise ein Men├╝ und, falls verf├╝gbar, ein Eingabefeld f├╝r eine interne Suchfunktion. Im Contentbereich werden die f├╝r die jeweilige Seite wichtigen und individuellen Informationen dargestellt. Der Footer zeigt Links auf das Impressum, die Datenschutzhinweise, einen Copyright-Vermerk und zus├Ątzliche Links auf Seiten, die von jedem Ort der Webseite erreichbar sein sollen.

F├╝r mobile Webseiten ist die Aufteilung meist ein wenig anders. Aufgrund des knapperen Raums, vor allem in der Breite, verzichtet man hier meist auf eine eigene Spalte f├╝r die Navigation oder blendet diese erst ein, wenn der Button f├╝r das Men├╝ geklickt wird:

 

Klassische Webseitenaufteilung (mobil)

 

Gerade bei gesch├Ąftlichen Seiten kommt der Darstellung der Kontaktdaten eine besonders wichtige Rolle zu. Die Telefonnummer, die postalische Adresse und die E-Mail-Adresse sollten prominent und m├Âglichst im rechten oberen Bereich der Seite platziert werden, und zwar auf jeder einzelnen Seite. Dazu kommen Widgets f├╝r die sozialen Netzwerke.

 

Gliederung der Texte

Innerhalb des Contentbereichs ist eine m├Âglichst klare, logische und konsistente Gliederung der Inhalte bzw. der Texte wichtig. Dazu geh├Âren neben sinnvollen Abst├Ątzen auch passende und pr├Ągnante ├ťberschriften.

Unterst├╝tzend f├╝r die Textgliederung k├Ânnen Tabellen und Listen dienen. Sie k├Ânnen die Rolle als optische Unterbrecher und auch als Zusammenfassung wichtiger Inhalte spielen.

F├╝r die optimale Lesbarkeit der Texte sorgen ein passender Sprachstil und die Vermeidung von Fehlern - sowohl grammatikalischer, orthographischer als auch inhaltlicher Natur.

Mehr zum Schreiben der optimalen Texte ist in Teil vier von "SEO selber machen" zu erfahren.

 

Auf Farben und Kontraste achten

Damit die Inhalte einer Seite gut lesbar sind, muss auf die passende Wahl der Farben f├╝r Text, Hintergrund sowie Navigation und deren Zusammenspiel und deren Kontraste geachtet werden.

In den 90er Jahren war es ├╝blich, Webseiten m├Âglichst bunt zu gestalten. So konnte es zum Beispiel passieren, dass ein gelber Text auf wei├čem Hintergrund erschien. Durch solche Fehlgriffe wird die Lesbarkeit unn├Âtig eingeschr├Ąnkt. Bei der Farb- und Kontrastwahl muss als Maxime ein auch ├╝ber l├Ąngere Zeit angenehmes Nutzererlebnis gelten. Das gilt insbesondere f├╝r textlastige Seiten.

 

Funktioniert die Seite auch ohne JavaScript?

Auch wenn weit mehr als 90 Prozent der Nutzer mit aktiviertem JavaScript unterwegs sind, sollte man auch die Minderheit nicht aus den Augen verlieren, die aus unterschiedlichen Gr├╝nden wie zum Beispiel aus Sicherheitserw├Ągungen auf JavaScript verzichten. Nutzer von Android-Smartphones und Tablets zeigen laut einer Statistik eine besonders hohe Rate von deaktiviertem JavaScript.

Zu beachten ist, dass die wesentlichen Funktionen einer Webseite wie das Men├╝ auch ohne JavaScript funktionieren m├╝ssen. Das wird in einigen F├Ąllen jedoch nicht m├Âglich sein - insbesondere bei Seiten, die komplett auf JavaScript basieren, wie den sogenannten Single Page Applications.

Im Hinblick auf die Crawlbarkeit durch Google hat sich das Thema JavaScript inzwischen entsch├Ąrft, denn Google ist mittlerweile recht gut darin, JavaScript zu interpretieren und auszuf├╝hren. Dennoch sollte man stets zur Sicherheit einen Test per "Abruf wie durch Google" in der Google Search Console durchf├╝hren, um zu sehen, ob die wesentlichen Inhalte auch vom Googlebot dargestellt werden k├Ânnen.

 

Kompatibilit├Ąt mit verschiedenen Browsern

Auch dieser Punkt ist f├╝r die potentielle Reichweite und die Usablity einer Webseite von Bedeutung: Welche Browser werden technisch unterst├╝tzt? Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, denn neben der gro├čen Zahl unterschiedlicher Browser wie dem Internet Explorer und Edge, FireFox, Chrome oder Opera gibt es jeweils noch ein breites Feld unterschiedlicher Versionen dieser Browser, die auf dem Markt installiert sind. Diese verschiedenen Browser und Browserversionen unterscheiden sich in der Zahl der von ihnen unterst├╝tzten Funktionen und Features. So kann zum Beispiel nicht jeder Browser mit HTML5 umgehen - das betrifft vor allem ├Ąltere Versionen.

Wer testen m├Âchte, welcher Browser welche Funktionen unterst├╝tzt, kann die Seite "Can I use" besuchen. Dort findet man f├╝r jede Funktion eine ├╝bersichtliche Darstellung der geeigneten Browser.

 

'Can I use' - Beispiel HTML5

 

Google empfiehlt, bei der Entwicklung von Webseiten auf Progressive Enhancement zu setzen. Darunter wird eine Entwicklungsmethode verstanden, die daf├╝r sorgt, dass je nach M├Âglichkeiten des Browsers mehr oder weniger Funktionen einer Webseite angeboten werden.

 

Formulare nicht zu komplex gestalten

Formulare auf Webseiten sollten m├Âglichst einfach gehalten sein und nur solche Daten abfragen, die f├╝r den jeweiligen Fall auch ben├Âtigt werden. In der Regel gen├╝gen der Name und die E-Mail-Adresse des Nutzers - zum Beispiel f├╝r die Bestellung eines Newsletters. Wenn man auf Angaben wie das Geburtsdatum, die Lieblingsfarbe oder Hobbies verzichten kann, sollte man dies auch tun. Das beschleunigt die Eingabe und verhindert unn├Âtige Arbeit f├╝r die Nutzer.

 

Personen mit eingeschr├Ąnktem Sehverm├Âgen

Bei der Gestaltung von Webseiten gilt es auch, die Bed├╝rfnisse von Besuchern mit eingeschr├Ąnktem Sehverm├Âgen zu beachten. Diese Personen benutzen oftmals spezielle Software zum Betrachten von Webseiten, sogenannte Screenreader. Diese Programme setzen die geschrieben Texte von Webseiten in gesprochene Sprache um. Das funktioniert aber nur dann, wenn die wichtigsten Inhalte auch als Text vorliegen.

Daher sollte man es m├Âglichst vermeiden, Textinhalte als Grafik einzubinden, weil diese von den Screenreadern (und auch von den Suchmaschinen) nicht oder nur schwierig erkannt werden k├Ânnen.

Bilder sollten au├čerdem mit einem "Alt"-Attribut versehen werden. Mit diesem Attribut kann man den Inhalt von Bildern beschreiben. Diese Beschreibung kann dann von den Screenreadern und den Crawlern ausgelesen werden.

Mit R├╝cksicht auf Personen mit geringeren Sehschwierigkeiten sollte zudem grunds├Ątzlich eine ausreichend gro├če Schrift f├╝r Webseiten gew├Ąhlt werden.

 

Ladezeit

Die Ladezeit spielt nicht nur f├╝r die Nutzbarkeit einer Webseite eine wichtige Rolle - sie ist auch ein Rankingfaktor f├╝r Google. Insbesondere mobile Webseiten sollten in zwei bis drei Sekunden geladen sein. Bei zu langsamen Webseiten droht eine Verschlechterung der Rankings.

Es gibt viele M├Âglichkeiten, wie man Webseiten schneller machen kann:

  • Die Wahl eines passenden Content Management Systems (CMS) wie Joomla, WordPress oder Typo3
  • Die Wahl passender Erweiterungen f├╝r das CMS und der Verzicht auf unn├Âtige Plugins
  • Caching und Komprimierung der Daten
  • Der Einsatz eines Content Delivery Networks (CDN), eines Server-Netzwerks, das die Webseite besonders schnell ausliefert
  • Optimierung von Bildern, Videos und anderen Medien, um deren Dateigr├Â├če zu reduzieren
  • Nutzung eines st├Ąrkeren Servers

Details zur Webseitengeschwindigkeit sind im Beitrag "SEO selber machen - Technische SEO" zu finden.


Fehlerseiten

Zun├Ąchst einmal sind Fehlerseiten etwas, das die Nutzer m├Âglichst selten zu sehen bekommen sollten. Wenn es aber doch einmal passiert, etwa dann, wenn eine angefragte Seite nicht mehr zur Verf├╝gung steht, sollten auf der erscheinenden Fehlerseite m├Âglichst hilfreiche Informationen zu finden sein. Dazu geh├Âren:

  • Ein klarer Hinweis, was schief gelaufen ist
  • Eine Suche-Funktion, um die passenden Inhalte doch noch finden zu k├Ânnen
  • Vorschl├Ąge ├Ąhnlicher Artikel, die interessant sein k├Ânnten
  • Ein Link auf die Startseite
  • Optional: ein Feedback-Formular, um den Webmaster auf den Fehler hinzuweisen.

Auch in kreativer Hinsicht k├Ânnen Fehlerseiten interessant und ansprechend gestaltet werden. Auf manchen Webseiten findet man zum Beispiel witzige Bilder, Animationen oder andere Inhalte, die ├╝ber den eigentlichen Fehler hinwegtr├Âsten k├Ânnen.

 

Sicherheit

Die Sicherheit der Nutzer muss bei der Betrachtung der Usability ebenfalls einbezogen werden. Die Daten sollten sowohl auf dem Weg von der Webseite zum Nutzer als auch in umgekehrter Richtung verschl├╝sselt ├╝bertragen werden, um ein Abfangen oder eine Manipulation der Daten zu verhindern oder zumindest zu erschweren.

Zuk├╝nftig werden unverschl├╝sselte Webseiten in immer mehr Browsern als unsicher gekennzeichnet werden. Alleine aus diesem Grund empfiehlt sich eine Umstellung auf einen sicheren Betrieb.

Dazu nutzt man in der Regel die ├ťbertragung per TLS-Protokoll. Man erkennt Webseiten, welche dieses Protokoll nutzen, am "https" in den URLs.

Voraussetzung daf├╝r ist ein entsprechendes Zertifikat f├╝r den Webserver. Die meisten Hosting-Anbieter haben TLS-Zertifikate im Programm. F├╝r viele Hostingvertr├Ąge kann man eine entsprechende Option sogar kostenlos dazubuchen.

Wichtig: Bei der Umstellung einer Webseite auf HTTPS-Betrieb muss darauf geachtet werden, die alten URLs auf die neuen HTTPS-URLs umzuleiten. Sonst kann es zu Problemen bei den Nutzern und bei der Indexierung durch die Suchmaschinen kommen, weil die alten URLs nicht mehr erreichbar sind.

 

Mobilfreundlichkeit

Mobilfreundlichkeit ist der Oberbegriff daf├╝r, dass eine Webseite auf unterschiedlichen Ger├Ąten wie Desktop, Notebook, Smartphone, Tablet und weiteren Ger├Ąten optimal nutzbar ist. Das kann auf mehrere Weisen erreicht werden:

  • Eine eigene Mobilvariante, die speziell f├╝r kleinere Bildschirme angezeigt wird
  • Responsive Design oder adaptive Design: Die Webseite richtet sich je nach Ger├Ąt automatisch neu aus, damit die Inhalte gut sichtbar sind
  • Dynamic Serving: Der Server erkennt das vom Client genutzte Ger├Ąt und liefert das passende HTML aus
  • AMP: Spezielle Technik, die mittels reduziertem HTML und JavaScript und durch Einsatz eines CDNs f├╝r besonders schnelle mobile Seiten sorgt.

Um mobilfreundlich zu sein, muss eine Webseite die folgenden Eigenschaften mitbringen:

  • geringe Ladezeit
  • geringes Datenvolumen
  • Vollst├Ąndigkeit der Inhalte
  • Mobil gut nutzbare Navigation, Links und gut lesbare Texte sowie optimierte Bilder und andere Medien

Weitere Tipps zur Optimierung mobiler Webseiten sind hier zu finden.


Keine unn├Âtigen Popups, m├Âglichst wenig Werbung

Ein besonderes ├ärgernis stellen Werbebanner und andere Popups dar, die sich ├╝ber die Inhalte einer Seite legen und dazu f├╝hren, dass die Inhalte nicht sichtbar sind, bis das Popup geschlossen wird. Genauso st├Ârend wie diese Interstitials sind Pop-Unders, die unbemerkt im Hintergrund geladen werden und pl├Âtzlich nach dem Schlie├čen des Browserfensters auftauchen.

Andere Webseiten bestehen zu einem gro├čen Anteil aus Werbung - wirklich interessante Inhalte sind dort kaum zu finden und dienen nur dazu, Besucher anzulocken.

All diese Praktiken stehen der Usability diametral entgegen. Google ist auch dieser Meinung und kann f├╝r solche Seiten Penalties verh├Ąngen.

Doch auch ohne Penalty schadet ein zu gro├čer Werbeanteil dem Ranking von Webseiten: Googles Panda-Algorithmus sorgt daf├╝r, dass Seiten mit unzureichenden, zu oberfl├Ąchlichen oder zu werbelastigen Inhalten schlechtere Rankings erhalten.

 

Blo├č nicht: Blockieren des "Zur├╝ck"-Buttons

Zu den gr├Â├čten Fehlern, die man aus Usability-Sicht begehen kann, geh├Ârt das Blockieren des "Zur├╝ck"-Buttons im Browser, um zu verhindern, dass die Nutzer die Webseite verlassen. Das einzige, was damit erreicht wird, ist eine Ver├Ągerung der Nutzer. Gleiches gilt f├╝r Popups und Layer, die sich ├Âffnen, wenn man sich mit dem Mauszeiger dem "Schlie├čen"-Icon des Fensters n├Ąhert.

Die Nutzer m├Âchten selbst entscheiden, wann sie eine Seite verlassen. Alles, was sie daran hindert, f├╝hrt h├Âchstens dazu, dass sie nicht mehr wiederkehren.

 

Bei Online-Shops: viele Bezahlm├Âglichkeiten anbieten

In der Vergangenheit gab es immer wieder Schlagzeilen ├╝ber Webseiten mit eingeschr├Ąnkter Bezahlm├Âglichkeit. Anstatt g├Ąngige Verfahren anzubieten, standen diese entweder gar nicht oder nur gegen Aufpreis zur Verf├╝gung.

Betreiber von Online-Shops sollten besser daf├╝r sorgen, dass ihre Produkte und Dienstleistungen auf m├Âglichst viele verschiedene Weisen bezahlt werden k├Ânnen. Es gen├╝gt nicht, die Nutzer zum Einrichten eines PayPal-Kontos zu n├Âtigen oder sich auf den Versand per Nachnahme zu beschr├Ąnken. Zu den angebotenen Bezahlweisen sollten der Kauf auf Rechnung, die Bezahlung per Kreditkarte und das Lastschriftverfahren geh├Âren - und zwar alles ohne Aufpreis.

 

Datenschutzhinweise und Impressum

Auch diese Bereiche einer Webseite tragen zu einer guten Usability bei: Abgesehen von der rechtlichen Notwendigkeit sorgen das Impressum und aktuelle Datenschutzhinweise daf├╝r, dass die Nutzer wissen, mit wem sie es zu tun haben und was mit ihren Daten geschieht.

Um Abmahnungen zu vermeiden und das Vertrauen der Nutzer zu bewahren, sollte also auch auf diese Inhalte h├Âchste Sorgfalt verwendet werden.

 

Wie kann man die Usability testen?

Die Usability ist kein quantitativer Wert, der sich in Form einer bestimmten Kennzahl erfassen l├Ąsst. Sie ist erstens subjektiv und zweitens qualitativ, so dass sie nur beschreibend oder ├╝ber den Umweg verschiedener Kennzahlen begriffen werden kann.

 

├ťberwachung bestimmter Kennzahlen

Bestimmte Kennzahlen erlauben eine Absch├Ątzung dar├╝ber, ob die Nutzer mit einer Seite zufrieden sind oder nicht. F├╝r diese Kennzahlen gilt, dass es keinen absoluten Wert gibt, der anzustreben ist. Vielmehr sollten Trends beobachtet werden, um Verbesserungen oder Verschlechterungen erkennen zu k├Ânnen.

Anteil wiederkehrender Besucher: Umso h├Âher der Anteil wiederkehrender Besucher am gesamten Besucheraufkommen ist, desto eher kann davon ausgegangen werden, dass die Besucher mit der Webseite zufrieden sind.

Absprungrate: Diese Kennzahl, die auch Bounce Rate genannt wird, gibt an, wie gro├č der Anteil der Besucher ist, die nach nur einem Aufruf eine Webseite wieder verlassen. Eine hohe Absprungrate muss jedoch nicht automatisch ein schlechtes Zeichen sein: Wenn die Besucher schnell genau das finden, was sie gesucht haben, kann dies ebenfalls zu einer hohen Absprungrate f├╝hren.

Verweildauer: Für diese Kennzahl gilt Ähnliches wie für die Absprungrate: Eine geringe Verweildauer kann auch ein Zeichen dafür sein, dass die gewünschten Informationen schnell gefunden und gelesen wurden. Die Verweildauer und die Absprungrate richten sich auch nach der Art der Inhalte: Nachrichten werden zum Beispiel in der Regel schneller gelesen als vertiefende wissenschaftliche Artikel.

 

Usability-Tests durchf├╝hren und Personen um Feedback bitten

Wer sich nicht auf Kennzahlen verlassen m├Âchte, sollte verschiedene, au├čenstehende Personen um eine Einsch├Ątzung bitten. Beliebt sind Usability-Tests, bei denen die Probanden w├Ąhrend des Seitenbesuchs mitteilen, was sie sehen und was sie empfinden.

 

A/B-Tests

Erg├Ąnzt werden k├Ânnen solche Tests durch A/B-Tests. Dabei wird eines (univariate) oder mehrere (multivariate) Merkmale einer Seite angepasst - zum Beispiel die Textfarbe und die Textgr├Â├če. F├╝r die sich daraus ergebenden Testgruppen werden dann quantitative und / oder qualitative Auswertungen durchgef├╝hrt, um zu sehen, welche Variante den gr├Â├čten Zuspruch der Nutzer findet.

Google f├╝hrt beispielsweise regelm├Ą├čig solche Tests durch, wenn f├╝r bestimmte Nutzer neue Funktionen oder Varianten in der Suche angezeigt werden.

 

Auf unn├Âtige Spielereien verzichten

Lange Zeit erschien auf Webseiten, die besonders beeindruckend wirken sollten, zuerst eine ganzseitige Flash-Animation, die man sich ansehen musste, bevor man auf das Men├╝ und die Inhalte zugreifen konnte.

Andere Seiten - auch heute noch - spielen beim Aufruf automatisch gro├čformatige Videos ab. Das kostet Bandbreite und Rechenzeit.

Wenn es nicht wirklich sein muss, sollte auf solche Spielereien verzichtet werden, denn die einzigen, die sich daran erfreuen, sind in der Regel die Webseitenbetreiber selbst.

 

Fazit

Eines wird deutlich: Die Usability ist ein komplexes Feld mit einer gro├čen Anzahl verschiedener Facetten. Manche davon wirken sich direkt auf die Rankings aus, andere indirekt. Wichtig ist aber etwas ganz anderes: Alle genannten Kriterien haben einen direkten Einfluss auf die Zufriedenheit der Besucher, und darum geht es in erster Linie bei der Suchmaschinenoptimierung.

 

Titelbild ┬ę pixs:sell - Fotolia.com

 


Christian Kunz

Von Christian Kunz

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