Bisher war es für Webseitenbetreiber einfach, per Logfiles zu erkennen, über welchen Suchbegriff ein Nutzer den Weg auf ihre Seiten gefunden hat. Dazu musste einfach der Referrer ausgelesen werden. Viele Webanalysewerkzeuge bieten entsprechende Funktionen an. Die Daten sind auch für SEO-Zwecke hilfreich. So kann zum Beispiel abgelesen werden, ob die Optimierung auf bestimmte Keywords erfolgreich war. Diese Möglichkeit wird nun - zumindest teilweise - versperrt. Grund: Bei einem verschlüsselten Seitenaufruf über das Https-Protokoll werden die Referrer-Daten nicht mitgegeben.
Google bemerkt dazu, dass es per eigener Werkzeuge, nämlich den Google Webmaster Tools und Google Analytics, weiterhin möglich sei, die Top-Suchbegriffe zu erkennen, über die auf eine Seite zugegriffen wurde. Doch einige Nutzer und SEOs kritisieren, die hier bereit gestellten Daten seien zu ungenau.
Ein weiterer Kritikpunkt besteht darin, dass Suchedaten für AdSense-Kunden weiterhin zur Verfügung stehen. Wie verträgt sich dies mit dem Schutz der Privatsphäre, der als Grund für die verschlüsslete Suche angegeben wird? Werden hier zahlungskräftige Kunden bevorzugt?
Ich meine, ja. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen. Wenn schon Schutz der Privatsphäre, dann aber bitte umfassend. Ansonsten macht sich Google unglaubwürdig. Hier sollten schleunigst bessere Argumente her. Gerade als Quasi-Monopolist trägt Google eine besondere Verantwortung!
Ja, und man kann schon recht deutlich die Auswrikungen sehen. Wie es scheint, rollt Google die sichere Suche für immer mehr Nutzer aus, was sich auch in den nicht mehr zuordenbaren Besuchern zeigt. Es gibt dazu eine interessante Studie im Netz bei Seer Interactive: http://www.seerinteractive.com/blog/secure-search-rolls-out/2011/11/01/
Bei aller Kritik an Google muss ich aber auch mal anmerken, dass die Daten, die über die Webmaster Tools oder über Google Analytics bereit gestellt werden, in letzter Zeit stark zugenommen haben. Man kann jetzt viel mehr Links sehen, die auf die eigene Seite zeigen. Auch die Liste der Suchanfragen ist recht umfassend. Und das alles kostenlos für die Nutzer.
Klar hat Google als Monopolist eine große Verantwortung, aber mit dem, was an Infos zur Verfügung steht, kann man schon ordentlich arbeiten.
