Google plant offenbar radikalen Umbau von Discover zu einem interaktiven Feed mit KI
Bild KI-generiert
Es gibt ein deutliches Anzeichen dafür, dass sich Google Discover in nächster Zeit stark verändern könnte. Statt eines passiven Newsfeeds würden dann mehr Interaktion und KI im Mittelpunkt stehen.
Google Discover ist für viele Websites, insbesondere aus dem Newsbereich, eine wichtige Quelle für Traffic. Für manche Websites übersteigt der Traffic aus Discover sogar den Traffic aus der Suche deutlich.
Doch diese Traffic-Quelle ist nun in Gefahr bzw. könnte sich deutlich verändern, denn Google plant offenbar einen Umbau von Discover. Dafür spricht eine aktuelle Stellenanzeige von Google für einen / eine Principal UX, Search Discover.

Was in der Stellenanzeige steht: Discover soll zu einer „proactive, hyper-personalized concierge experience“ werden, die Nutzern hilft, „progress on their goals“ (Fortschritte bei ihren Zielen) zu machen, und sie von der „Inspiration zur Aktion“ führt.
Discover wird demnach nicht mehr nur Artikel und Videos anzeigen, um Zeit zu vertreiben. Es soll vorausschauend agieren und wie ein persönlicher Assistent fungieren, also wie eine Art Concierge. Wenn man sich beispielsweise für ein Hobby interessiert, könnte Discover nicht nur News dazu zeigen, sondern direkt Tools, Kaufoptionen oder Tutorials (YouTube) anbieten, um aktiv zu werden.
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Großangriff auf TikTok und Instagram (Fokus auf Gen Z)
Was in der Stellenanzeige steht: Strategieentwicklung für „youth demographics“ und Erreichen des Product-Market-Fits in „competitive content ecosystems". Google spürt den Druck von Plattformen wie TikTok, auf denen die Gen Z zunehmend sucht und Inhalte konsumiert. Discover wird wahrscheinlich optisch und interaktiv stark überarbeitet, mit neuen Interaktionsmöglichkeiten im Feed und neuen Content-Formaten, um jünger, dynamischer und visueller zu werden.
Tiefe KI-Integration als Basis
Was in der Stellenanzeige steht: „AI-driven exploration experiences“, Skalierung von „AI enabled formats“. Auch bei der Entwicklung selbst soll stark auf KI gesetzt werden. Hier werden das AI Studio und Vibe Coding genannt.
Die Art, wie wir Inhalte entdecken, wird stark von generativer KI geprägt sein. Es könnte in Discover zukünftig beispielsweise mehr personalisierte KI-Zusammenfassungen von Themengebieten geben (AI Overviews in Discover gibt es bereits), dynamisch generierte Feeds zu Nischenthemen oder KI-gestützte interaktive Elemente, in denen man direkt im Feed Rückfragen zu einem Artikel stellen kann.
Fokus auf Menschen als Gegengewicht zur KI
Was in der Stellenanzeige steht: KI-Fähigkeiten sollen ausbalanciert werden, indem „human voices and sources“ ins Zentrum gerückt werden. Dabei sollen wohl Publisher und Kreatoren kompensiert werden („creator/publisher value exchanges“).
Google weiß, dass das Internet durch KI-Spam überflutet wird. Discover soll sich dadurch abheben, dass es gezielt echte Meinungen, Perspektiven von Experten und Creatorn pusht. Zudem scheint Google neue Modelle entwickeln zu wollen, wie Publisher und Kreatoren finanziell oder durch Reichweite besser von Discover profitieren können. Einen ersten Schritt dazu hat Google bereits mit dem AI Contribution Pilot gemacht.
Verschmelzung des Google-Ökosystems
Was in der Stellenanzeige steht: Die Rede ist auch von einer Zusammenarbeit mit Partnern aus „YouTube, Shopping, Chrome, and Android to deliver a unified experience“.
Die Silos brechen auf. Discover wird wahrscheinlich der zentrale Hub, in dem das Nutzerverhalten aus YouTube , Shopping und Chrome in einen einzigen, perfekt personalisierten Feed mündet, der tief in das Android-Betriebssystem integriert ist.
Bewertung
Google Discover wird in den nächsten Jahren voraussichtlich zu einer interaktiven, KI-gesteuerten Super-App innerhalb der Google Umgebung ausgebaut. Der Fokus dürfte darauf liegen, eine jüngere Zielgruppe zurückzugewinnen, echte Content-Kreatorenzu fördern und Nutzer nicht nur mit Informationen zu berieseln, sondern sie direkt zu Handlungen wie Käufen oder Weiterbildung zu leiten.
Was das letztendlich für diejenigen bedeutet, von denen die Inhalte stammen, kann heute noch niemand vorhersagen. Es steht aber zu befürchten, dass die Urheber mit weniger Traffic aus Discover auskommen müssen.
Danke an Damien Andell, der die Stellenanzeige entdeckt und auf X geteilt hat.

























