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SEO-News

Nick Fox von Google: ‘Digital Markets Act in der EU hat die Suche verschlechtert’

Christian Kunz
29. September 2026
Zuletzt aktualisiert: 29. September 2026
Googleplex

Bild KI-generiert

Nick Fox von Google kritisiert die EU wegen der geplanten Weitergabe von Suchdaten und bedauert die nach seiner Meinung deutliche Verschlechterung der Suchergebnisse.

 

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In einem Interview mit dem Wissenschaftler Pietro Valetto aus Brüssel sprach Nick Fox, Vice President Knowledge & Information bei Google, über neue Entwicklungen der KI. 

Technik und Kosten hinter Milliarden Fragen

Google beantworte täglich rund 15 Milliarden Suchanfragen. KI-Zusammenfassungen für jede einzelne Suche über große Modelle laufen zu lassen, würde laut Fox hunderte Millionen Dollar pro Tag kosten. Zudem würden Menschen zu langsame Antworten schlicht überspringen.

Drei Ansätze halten Kosten und Ladezeiten niedrig:

  • Variable Modellgröße: Einfache Faktenfragen wie nach der Einwohnerzahl einer Stadt gehen an sehr kleine Sprachmodelle. Nur schwere Rechen- oder Logikaufgaben landen bei großen Modellen.
  • Speichern von Antworten: Wiederkehrende Anfragen werden intelligent zwischengespeichert, damit das System Ergebnisse nicht jedes Mal neu berechnen muss.
  • Eigene Infrastruktur: Google setzt von den Rechenzentren über eigene Grafikchips (TPUs) bis zu den Datenverbindungen auf selbst entwickelte Hardware, die exakt auf die Geschwindigkeit der Suche ausgelegt ist.

Neue Gewohnheiten im Suchfeld

Das Verhalten der Suchenden verändert sich. Anfragen werden zu deutlich längeren Sätzen. Wer ein Problem mit dem Auto hat, gibt nicht mehr zwei einzelne Begriffe ein, sondern beschreibt das genaue Fahrzeugmodell, das Geräusch beim Anlassen und die Reaktionen beim Lenken. Auch Nachfragen über mehrere Tage oder Wochen hinweg gehören mittlerweile zum Alltag.

Trotz der KI-Antworten führe der Weg weiterhin oft auf externe Internetseiten. Google leite nach wie vor Milliarden Klicks ins Netz weiter, wie Fox betont. Vor allem bei vertiefenden Recherchen, Speisekarten, Bewertungen oder Nachrichten greifen Menschen auf die ursprünglichen Quellen zurück. 

In Zukunft solle die Suche noch flexibler werden. Fragen lassen sich per Sprache stellen oder, indem Nutzer die Kamera auf Gegenstände richten. KI-Assistenten sollen zudem Aufgaben wie die Buchung von Unterkünften oder das Ausfüllen von Anträgen übernehmen.

KI auf dem Arbeitsmarkt

Einen Verlust von Arbeitsplätzen befürchtet Fox nicht. Bisherige technische Entwicklungen zeigen, dass höhere Produktivität am Ende mehr Arbeit schafft. Allerdings verändern sich Aufgabenbereiche, weshalb die Anwendung von KI-Werkzeugen zu einem Vorteil bei der Jobsuche wird.

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Der Digital Markets Act habe die Suche in Europa verschlechtert

Obwohl Europa mit 450 Millionen Menschen ein wichtiger Markt sei und Google dort stark investiere – etwa in neue Rechenzentren in Finnland –, blicke das Unternehmen mit Sorge auf die EU-Regulierung. Der Digital Markets Act (DMA) zwinge Google zu Änderungen, die Nick Fox als die bisher schwerste Verschlechterung der Suche bezeichnet.

Um den Vorgaben der Gesetzgeber zu entsprechen, habe Google mehrere Funktionen entfernen müssen. Europäische Nutzer sehen in den Ergebnissen keine Preise für Flüge in Echtzeit mehr und können Buchungsdaten nicht direkt nach Wunsch filtern. Zudem sah sich Google veranlasst, Schutzmaßnahmen gegen Spam einzuschränken, worunter die Qualität der Treffer leide. Funktionen zur persönlichen Anpassung der Ergebnisse, die in den USA bereits laufen, würden in Europa wegen der rechtlichen Hürden komplett fehlen.

Neben den gestrichenen Funktionen sorgt der Datenschutz für Unmut bei Google. Bestimmungen des DMA würden Google dazu verpflichten, Suchanfragen von Nutzerinnen und Nutzern an Konkurrenten zu übergeben. Fox verweist darauf, dass Menschen der Suchmaschine sehr vertrauliche Fragen zu Gesundheit oder Finanzen anvertrauen. Verlassen diese Daten die geschützten Systeme von Google, steige das Risiko von Hackerangriffen. Weil viele der Firmen, die Anspruch auf diese Daten haben, keine europäischen Unternehmen seien, entfalle aus Sicht von Fox auch der erhoffte Anschub für den Wettbewerb in Europa.

Bewertung

Die von Fox genannten Positionen sind schon länger bekannt. Google erklärt zum Beispiel immer wieder, dass man nach wie vor viele Besucher an Webseiten vermittle. Allerdings fehlt es hier an konkreten Nachweisen. Persönliche Erfahrungen zeigen dagegen eher, dass der organische Suche-Traffic zumindest für viele Websites mit informationsorientierten Angeboten sinkt. Das bekommen besonders News-Publisher zu spüren.

Das Argument, durch die Weitergabe von Suchdaten an Wettbewerber sei die Privatsphäre der Nutzer gefährdet, wirkt vorgeschoben. Immerhin sieht der Entwurf der EU-Kommission vor, dass entsprechende Maßnahmen zur Anonymisierung getroffen werden müssen.

Klar ist aber auch: Die Qualität der Suchergebnisse in Europa hat sich für einige Suchanfragen verschlechtert. Das betrifft zum Beispiel die Suche nach Produkten. Durch den Wegfall des Shopping-Tabs in der Navigation und der Produkt-Karussells ist es jetzt deutlich schwieriger geworden, in Google passende Produkte zu finden und Preise zu vergleichen.

Christian Kunz

Von Christian Kunz

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