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SEO-News

Google verschlechtert Suchergebnisse für Ranking-Tracker: neue Erkenntnisse

Christian Kunz
26. Oktober 2026
Zuletzt aktualisiert: 26. Oktober 2026
Google Fake SERP

Bild KI-generiert

Google berücksichtigt laut einer neuen Auswertung bei manchen Ergebnisseiten nur einen Teil der Suchanfrage. Das betrifft automatische Anfragen.

Manche Google Ergebnisse sehen völlig normal aus, berücksichtigen aber zum Teil nur ein einzelnes Wort der Suchanfrage. Ende September betraf das laut einer neuen Auswertung von Nozzle an manchen Tagen fast 40 Prozent der SERPs, die Rank Tracker abgerufen haben.

 

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Das Wichtigste in Kürze

  • Seit Mitte September ignoriert Google bei einigen SERPs Teile der Suchanfragen. 
  • Die SERPs zeigen im Titel dennoch fast immer die komplette Suchanfrage.
  • AI Overviews, Shopping-Boxen und Knowledge Panels beziehen sich weiter auf die echte Anfrage.
  • Normalerweise in den Top-10 gerankte Websites rutschen dabei häufig aus der ersten Suchergebnisse heraus. Beim nächsten Abruf ist meist wieder alles normal.
  • In den USA sind Events und Unterhaltung sowie Immobilien am stärksten betroffen. Deutschland liegt bei 1,4 Prozent, Belgien mit 4,8 Prozent an der Spitze.

Nach den Poisoned SERPs folgt die nächste Variante

Vor knapp zwei Wochen gab es erste Meldungen über sogenannte Poisoned SERPs. Gemeint sind Ergebnisseiten, die Google bei automatischen Anfragen von Rank Trackern und Crawlern ausliefert und auf denen die Ergebnisse ausgetauscht sind, die für ein Keyword normalerweise ranken.

Jetzt hat der SEO-Toolanbieter Nozzle nachgelegt und eine detaillierte Analyse zu den manipulierten Suchergebnissen veröffentlicht. Darin geht es um eine zweite Form von Fake SERPs: Google stellt sich gewissermaßen dumm. Die Seite sieht normal aus und trägt die vollständige Suchanfrage im Titel. Die Suchergebnisse beziehen sich aber nur auf ein Wort daraus.

Den Unterschied zwischen beiden Varianten machen die Wörter auf der Seite. Bei den Poisoned SERPs passt das Thema der Treffer zur Anfrage, nur die Domains sind andere. Bei der neuen Variante wechselt das Thema selbst, weil Google einen Teil der Anfrage einfach weglässt.

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Aus Erdbeermarmelade wird eine TV-Serie

Am deutlichsten wird das am Beispiel „easy strawberry jam“. Am 30. September zeigte Google auf dem Desktop in den USA oben eine AI Overview mit einem Rezept für Erdbeermarmelade. Darunter ging es in allen organischen Treffern um das Wort „easy“: um die TV-Serie „Easy“, einen gleichnamigen Instagram-Account und einen Wissenschaftler, der an einen unseriösen Verlag geraten war. Plötzlich standen IMDb, Instagram und Netflix auf Seite eins. Auch die Videos und die Fragen im Block „People also ask“ hatten mit Marmelade nichts mehr zu tun. Fünf der sechs Websites, die normalerweise auf Seite 1 ranken, tauchten auf keiner Ergebnisseite mehr auf. Einen Tag später zeigte Google wieder die gewohnten Rezeptseiten.

 

Google: manipulierte Suchergebnisse zu "easy strawberry jam"

Abbildung: Manipulierte Google SERP. Quelle: nozzle.io

Die übrigen Beispiele aus der Studie stammen aus ganz unterschiedlichen Bereichen. Bei der Krypto-Anfrage „eth price“ blieb nur „price“ übrig. Die Kursgrafik für Ether stimmte noch, vier der neun üblichen Websites auf Seite 1 waren aber verschwunden. Unter „People also search for“ schlug Google statt einer ETH-Kursprognose plötzlich „Price HVAC“ vor, also Preise für Heizungs- und Klimatechnik. Im Handel traf es „valentine gifts for kids“: Hier rankten nur noch Seiten zu „gifts“, fünf von acht Websites fehlten. Bei „trailer lock reviews“ blieb „reviews“ übrig. Statt nach dem besten Schloss für einen Anhänger fragte „People also ask“ dann, ob man Produktbewertungen überhaupt trauen kann.

Für SEO-Agenturen besonders unangenehm ist das Beispiel „white label local seo“. Hier verschwanden alle neun Websites von Seite 1, übrig blieb nur das Wort „local“. Auch lokale Anfragen sind betroffen. Bei „reputation management tampa“ ließ Google den Ortsnamen weg, während die Karte immerhin noch Tampa zeigte. Fünf von neun Websites, die zuvor in den Top-10 standen, waren weg.

In zwei Dritteln der Fälle ließ Google genau ein Wort weg, in 21,6 Prozent zwei und in 12,3 Prozent drei oder mehr Wörter. Auf gut der Hälfte der betroffenen Seiten (51,5 Prozent) bezogen sich die Treffer am Ende nur noch auf ein einziges Wort. Welches Wort übrig bleibt, folgt keinem festen Muster. Es kann am Anfang, in der Mitte oder am Ende der Anfrage stehen.

Seit März immer wieder, im September stark gestiegen

Ganz neu ist das Phänomen nicht. In den Daten von Nozzle tauchte es ab März 2026 in kurzen Schüben auf, mit höchstens 0,3 Prozent der SERPs pro Woche. Ende März betraf es vor allem Kontinentaleuropa, im Juni hauptsächlich Desktop-Suchen in den USA und in der Woche ab dem 20. Juli alle Märkte. Bei SerpApi lief am 4. Mai die erste Meldung dazu ein.

Ab dem 16. September stieg der Anteil dann sprunghaft an. Zuerst traf es die zweite Ergebnisseite: Zwischen dem 17. und 29. September ignorierte Google auf einem Fünftel bis zwei Fünfteln der zweiten Seiten einen Teil der Anfrage. In 93,6 Prozent dieser Fälle war die erste Seite völlig normal. Ab dem 20. September folgte dann auch Seite 1. In der Woche ab dem 28. September lag der Anteil bei 25 Prozent und damit siebzigmal so hoch wie in der Spitze im Juli. Seitdem ist er wieder gesunken, in den beiden Wochen ab dem 12. und 19. Oktober lag er bei 1,5 Prozent. Für die erste Ergebnisseite allein meldet Nozzle seit dem 20. September Tageswerte zwischen 0,7 und 3,8 Prozent. Der schlechteste Tag war der 8. Oktober. Ob auf Desktop, iPhone oder Android gesucht wird, spielt dabei kaum eine Rolle.

Welche Länder und Branchen besonders betroffen sind

Zwei Drittel der untersuchten Datensätze enthielten mindestens eine solche Fake SERP. Belgien kam seit dem 16. September mit 4,8 Prozent auf den höchsten Wert, Japan mit 0,6 Prozent auf den niedrigsten. Im deutschsprachigen Raum lagen Österreich bei 2,5 Prozent, die Schweiz bei 2,3 Prozent und Deutschland bei 1,4 Prozent. Die USA kamen auf 2,1 Prozent, Großbritannien auf 0,8 Prozent.

Je länger die Suchanfrage, desto häufiger tritt das Problem auf. Bei Anfragen aus zwei Wörtern lag der Anteil bei 0,9 Prozent, ab fünf Wörtern bei 3,2 Prozent. Auch im Longtail kommt es öfter vor: Keywords mit weniger als 100 Suchen im Monat kamen auf 2,1 Prozent, solche mit 100.000 Suchen und mehr nur auf 0,5 Prozent. Seltener betroffen waren Anfragen mit „near me“ (1,4 Prozent) und mit Postleitzahl (1,1 Prozent), der Durchschnitt lag bei 1,8 Prozent.

Für die USA hat Nozzle die Daten nach Branchen aufgeschlüsselt. Am stärksten betroffen sind Events und Unterhaltung mit 3,0 Prozent seit dem 16. September. Am 29. September waren es hier sogar 7,1 Prozent. Danach folgen Immobilien mit 2,6 Prozent, Reise und Gastgewerbe mit 2,1 Prozent sowie Software, Telekommunikation und Transport mit jeweils 1,9 Prozent. Jobs und Karriere (1,8 Prozent), Gesundheit und Recht (je 1,7 Prozent) liegen im Mittelfeld, ebenso Finanzen, Haustiere, Gastronomie und Handel mit je 1,6 Prozent. Bei Versicherungen lag der Durchschnitt bei 1,5 Prozent, am 21. September aber bei 6,0 Prozent. Am wenigsten betroffen waren Automobil (1,2 Prozent) sowie Beauty und Mode und Haus und Garten mit je 1,1 Prozent.

 

Anteil der Fake SERPs nach Branche (USA, seit 16. September 2026)
BrancheAnteil seit 16.09.Höchster TageswertGeprüfte SERPs
Events und Unterhaltung 3,0 % 7,1 % (29.09.) 88.235
Immobilien 2,6 % 5,9 % (29.09.) 4.843.927
Alle US-SERPs (Durchschnitt) 2,1 % 4,0 % (08.10.) 16.765.307
Reise und Gastgewerbe 2,1 % 4,1 % (08.10.) 225.819
Software und Technologie 1,9 % 4,4 % (08.10.) 257.666
Telekommunikation und Internet 1,9 % 4,0 % (08.10.) 1.568.874
Transport 1,9 % 4,5 % (08.10.) 292.471
Jobs und Karriere 1,8 % 4,0 % (29.09.) 277.528
Gesundheit und Medizin 1,7 % 3,9 % (24.09.) 233.238
Hausdienstleistungen 1,7 % 4,1 % (24.09.) 202.909
Recht 1,7 % 5,1 % (24.09.) 48.538
Finanzen und Banken 1,6 % 4,2 % (24.09.) 273.934
Haustiere 1,6 % 4,6 % (29.09.) 33.364
Restaurants und Essen 1,6 % 4,4 % (24.09.) 248.162
Handel und Shopping 1,6 % 3,6 % (21.09.) 2.193.597
Bildung 1,5 % 4,5 % (24.09.) 53.248
Versicherungen 1,5 % 6,0 % (21.09.) 87.467
Hochzeiten 1,5 % 5,1 % (28.09.) 28.026
Automobil 1,2 % 4,4 % (06.10.) 536.182
Beauty und Mode 1,1 % 3,2 % (08.10.) 94.018
Haus und Garten 1,1 % 3,5 % (20.09.) 599.730

Anteil der geprüften Ergebnisseiten (Seite 1), auf denen Google einen Teil der Suchanfrage ignoriert hat. Datenstand: 21. Oktober 2026. Quelle: Nozzle

Was die Fake SERPs mit den Rankings machen

Für SEOs ist vor allem die Wirkung auf das Ranking-Monitoring wichtig. Gehörte eine getrackte Website zu den üblichen Treffern eines Keywords, stand sie auf den Fake SERPs in 69,8 Prozent der Fälle nicht in den Top 10. Im Vergleichszeitraum waren es nur 2,0 Prozent. Der Effekt hält aber kaum an. In neun von zehn Fällen betraf er nur einen einzigen Abruf, und in 85,8 Prozent der Fälle lieferte Google innerhalb von drei Tagen wieder eine normale Ergebnisseite. Wer also im Rank Tracker sieht, dass ein Keyword für einen Tag aus den Top 10 gefallen ist, hat es mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einer solchen Fake SERP zu tun.

Interessant ist, welche Elemente der Ergebnisseite sich ändern. Bei den organischen Treffern blieben nur 18,5 Prozent der Websites aus dem vorherigen Abruf erhalten, normal sind um die 90 Prozent. Ähnlich stark weichen „People also ask“ (25 Prozent) und „People also search for“ (26,4 Prozent) ab. Die Quellen der AI Overviews blieben zu gut der Hälfte erhalten. Googles eigene Elemente wie Shopping, Bilder, Knowledge Panel und Local Pack änderten sich deutlich weniger. Bei den Anzeigen stieg die Übereinstimmung sogar von 74,5 auf 88,4 Prozent.

Woran man die Fake SERPs erkennt

Auf den ersten Blick sieht eine solche Ergebnisseite völlig normal aus. Im Titel steht auf 99,8 Prozent der betroffenen Seiten die vollständige Suchanfrage, und Google weist mit keinem Wort darauf hin, dass es die Anfrage verändert hat. Den Hinweis „Showing results for“, den Google bei korrigierten Suchanfragen zeigt, fand Nozzle auf keiner einzigen dieser Seiten.

Das verlässlichste Merkmal ist das Thema der Treffer. Drehen sich plötzlich alle Ergebnisse um ein einzelnes Wort der Anfrage, ist das ein klares Zeichen für eine Fake SERP. Ein guter Abgleich ist die AI Overview: Passt sie zur Anfrage, die organischen Treffer darunter aber nicht, liegt der Fall ziemlich klar. Das gleiche gilt für die Fragen unter „People also ask“ und die Vorschläge unter „People also search for“, die sich ebenfalls am übrig gebliebenen Wort orientieren.

Daneben gibt es Merkmale, die auch die Poisoned SERPs zeigen. Bei Desktop-Keywords, deren Ergebnisse normalerweise bis Seite 8 reichen, endete die Paginierung auf 43 Prozent der Fake SERPs spätestens auf Seite 4. Sonst passiert das nur in 0,2 Prozent der Fälle. Auf 32,2 Prozent der betroffenen Seiten belegte eine einzige Domain drei oder mehr Positionen, normal sind etwa 10 Prozent. 

Wer einen Ranking-Einbruch prüfen möchte, sollte deshalb zuerst den nächsten Abruf abwarten und dann die Google Search Console zurate ziehen. Bleiben dort Impressionen und Klicks für das Keyword stabil, war der Verlust im Rank Tracker wahrscheinlich nur eine Fake SERP.

Normale SERP und Fake SERP im Vergleich
MerkmalNormale SERPFake SERP
Auf den ersten Blick
Vollständige Suchanfrage im Seitentitel ja ja (99,8 %)
Hinweis „Showing results for“ bei korrigierten Anfragen nie (0,0 %)
AI Overview passt zur Anfrage passt zur Anfrage
Thema der organischen Treffer passt zur Anfrage nur ein Wort der Anfrage
Anteil, der aus dem vorherigen Abruf erhalten bleibt
Organische Treffer 90,0 % 18,5 %
Fragen unter „People also ask“ 87,1 % 25,0 %
Vorschläge unter „People also search for“ 89,2 % 26,4 %
Quellen der AI Overview 72,0 % 52,4 %
Local Pack 87,1 % 71,3 %
Shopping 91,7 % 88,6 %
Anzeigen 74,5 % 88,4 %
Weitere Warnsignale
Paginierung endet spätestens auf Seite 4* 0,2 % 43,0 %
Eine Domain belegt drei oder mehr Plätze 10,0 % 32,2 %
Getrackte Website außerhalb der Top 10 2,0 % 69,8 %
Beim nächsten Abruf wieder normal – 85,8 %

* Bei Desktop-Keywords, deren Ergebnisse normalerweise bis Seite 8 reichen. Vergleichswerte für normale SERPs: 20. August bis 9. September 2026, Fake SERPs: seit 16. September 2026. Quelle: Nozzle

Einordnung

Google hat sich zu den veränderten Ergebnisseiten bisher nicht geäußert. Es ist aber durchaus möglich, dass sich die Maßnahmen gegen KI-Bots und Scraping-Dienste wie SerpApi richten und die Werkzeuge von SEOs nur nebenbei treffen. Rank Tracker können deshalb derzeit an manchen Tagen Daten liefern, die mit dem, was echte Nutzer sehen, wenig zu tun haben.

Kurzfristige Ranking-Verluste über einen einzigen Tag sollten deshalb kein Anlass sein, Inhalte umzuschreiben oder andere vorschnelle Maßnahmen zu ergreifen. Sinnvoll ist es dagegen, beim Anbieter des eigenen Rank Trackers nachzufragen, ob und wie er solche Fake SERPs herausfiltert, und Ranking-Daten konsequent mit der Search Console abzugleichen. 

Christian Kunz

Von Christian Kunz

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