Google AI Mode: Die Nutzung der Suche verändert sich grundlegend. Was das für SEO und Websites bedeutet
Google hat Daten zur Nutzung des AI Modes in den USA veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen, worauf Websitebetreiber und SEOs zukünftig achten sollten.
Knapp ein Jahr nach der Einführung in den USA zeigt sich, dass der AI Mode die Suche tiefgreifend verändert hat. Mittlerweile nutzen laut Google weltweit mehr als eine Milliarde Menschen pro Monat den AI Mode. Das geht aus einem neuen Dokument hervor, das Google gerade veröffentlicht hat.
Die Suchanfragen im AI Mode haben sich demnach seit dem Start in jedem Quartal mehr als verdoppelt. Dabei nutzen die Menschen die Plattform nicht nur häufiger, sondern auch auf völlig neue Weise, was sich in fünf zentralen Anwendungsbereichen widerspiegelt:
- Entdecken
- Entscheiden
- Lernen
- Kreieren
- Erledigen.
Ein neues, konversationelles Suchverhalten
Statt Anliegen in kurze Schlagwörter zu übersetzen, führen Nutzer heute natürliche Konversationen mit der KI und formulieren längere, komplexere Fragen. Die durchschnittliche Suchanfrage im AI Mode ist dreimal so lang wie bei einer traditionellen Suche. Auch das Nachfragen nimmt stark zu: Folgeanfragen sind in den USA im Durchschnitt um mehr als 40 Prozent pro Monat gestiegen.
Gleichzeitig verschiebt sich die Art der Eingabe in Richtung Multimodalität. Mehr als jede sechste Suchanfrage im AI Mode erfolgt ohne Text, sondern wird über Spracheingabe, Bilder, Videos oder in Echtzeit-Konversationen getätigt. Insbesondere die Suche mit Bildern ist extrem beliebt.
Die am häufigsten genutzten Einstiegswörter sind dabei "Was", "Wie" und "Ich", oft in Verbindung mit handlungsorientierten Schlüsselbegriffen wie "Finden", "Identifizieren" oder "Erklären" (Hinweis: Die Daten stammen von Nutzern in den USA, die Suchanfragen wurden sinngemäß ins Deutsche übersetzt.)
Abbildung 1: Google hat Daten zur Nutzung des AI Modes in den USA veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen, worauf Websitebetreiber und SEOs zukünftig achten sollten.
Inspiration entdecken und fundierte Entscheidungen treffen
Nutzer wenden sich oft an den AI Mode, wenn sie noch gar nicht genau wissen, was sie suchen. Suchanfragen rund um das Brainstorming sind um 30 Prozent schneller gewachsen als die durchschnittlichen AI-Mode-Anfragen. Menschen suchen nach Ideen für Aktivitäten, alltägliche Aufgaben oder nutzen die KI für die detaillierte Reiseplanung.
Auch bei Entscheidungen wird die KI zum wichtigen Begleiter: Fragen, die mit dem Wort "Welche" beginnen, stiegen besonders schnell an. Besonders im Bereich Shopping wechseln Nutzer von der traditionellen Suche in den AI Mode, um bei Elektronik, Medien oder Bekleidung in die Tiefe zu gehen. Dabei wird gezielt nach spezifischen Kriterien wie Preis, Standort, Farbe oder Verfügbarkeit gefiltert.
Wissen aneignen und Alltagsaufgaben bewältigen
Für Schüler und Wissbegierige dient der AI Mode zunehmend als persönlicher Tutor bzw. Lehrer. Er wird intensiv zur Erstellung von Quizzen und Lernzetteln (besonders für Mathematik, Spanisch und Geschichte) genutzt und hilft bei grundlegenden Erklärungen wie beispielsweise zur Physik oder zum Programmieren. Ebenso informieren sich Nutzer häufig über berufliche Zertifikate wie "Security+" oder den "Black Belt".
Außerdem nimmt die KI eine wichtige Rolle im Alltag ein. Suchanfragen zur Planung sind in den letzten sechs Monaten um 80 Prozent schneller gewachsen als der KI-Durchschnitt. Mit Tools wie Canvas organisieren Nutzer detaillierte Reiseplanungen, strukturieren ihre Finanzen und Budgets oder erstellen spezifische Trainingspläne. Selbst bei der Restaurantsuche lassen sich Nutzer helfen, um Orte zu finden, die etwa besonders familienfreundlich sind oder eine schöne Aussicht bieten.
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Kreativität auf Knopfdruck
Neben der reinen Informationsbeschaffung setzen die Menschen den AI Mode stark als kreatives Werkzeug ein. Durch die Integration von Funktionen wie Nano Banana lassen sich Ideen direkt in Formate umwandeln. Ein wichtiger Trend ist die visuelle Kreativität: Seit Anfang des Jahres haben sich die Suchanfragen zur Bilderstellung mehr als verdreifacht. Zu den am häufigsten erstellten oder bearbeiteten Inhalten gehören Fotos, Quizze, Logos, Geschichten, Videos und Programmiercode.
Was bedeutet das alles für SEOs und Websitebetreiber?
Die KI in der Suche übernimmt immer mehr Aufgaben, für die die Nutzer bisher eine externe Website besuchen mussten. Wenn sich die meisten Informationen direkt in der Suche abrufen lassen und es sogar möglich ist, kreative Tätigkeiten wie das Erstellen von Bildern, interaktiven Tools und Apps direkt in der Suche auszuführen, was bleibt dann noch für diejenigen, deren Webseiten Google nutzt, um diese Tools überhaupt anbieten zu können?
Erwähnungen statt Klicks
Klicks werden zukünftig eine immer geringere Rolle spielen. Es wird dagegen vor allem darauf ankommen, genannt zu werden und als Marke sichtbar zu sein (Mentions, aber auch Citations). Aufmerksamkeit ist die neue Währung.
Auf Folgefragen einstellen
Die Daten zeigen, dass eine Suche im AI Mode häufig auf mehreren, aufeinanderfolgenden Suchanfragen besteht. Das bedeutet: Es ist wichtig, nicht nur Informationen zu den Hauptfragen anzubieten, sondern auch zu überlegen, welche weiteren Fragen sich daraus ergeben können. Auch auf diese Fragen sollte man die passenden Antworten bieten.
Multimodale Präsenz
Die textlastige Suche ist Vergangenheit. Heute wird multimodal gesucht: Bilder, Videos, Spracheingaben und die Kombination daraus (siehe dazu auch die von Google auf der I/O vorgestellte neue Suchebox) prägen das neue Nutzerverhalten in der Suche. Websitebetreiber müssen darauf achten, diesen Bedürfnissen zu entsprechen und zu ihren Themen passende Bilder und Videos anbieten. Auch Audio-Zusammenfassungen bieten sich an.
Websites wandeln sich vom Nutzerinterface zur Datenbasis
Websites werden immer seltener direkt besucht. Die dort vorhandenen Informationen sind dagegen wichtig, werden allerdings in anderen Kontexten wie zum Beispiel direkt in den KI-Antworten genannt. Das ist ein Trend, der viele Bereiche erfasst. Zu sehen ist das zum Beispiel bei Software (SaaS): Tools wie Sistrix stellen ihre Daten per MCP zur Verfügung, damit sie in KI-Tools wie Claude oder ChatGPT genutzt werden können. Dagegen werden die Benutzeroberflächen der Tools immer seltener aufgerufen. Einen ähnlichen Verlauf wird es auch bei normalen Websites geben. Hier wird es darauf ankommen, die Informationen technisch so zur Verfügung zu stellen, dass die KI-Tools sie abrufen können (sofern man das möchte).

























