Google Search Console: Welche Fehler im Indexierungsbericht wirklich kritisch sind
Viele Meldungen im Indexierungsbericht der Google Search Console sind unkritisch, andere bedeuten dagegen dringenden Handlungsbedarf. Das haben John Müller und Martin Splitt von Google jetzt erklärt. Dabei gehen sie auch auf mögliche Zusammenhänge zwischen KI-Spam und ausbleibender Indexierung ein.
In der aktuellen Folge des Google Podcasts "Search Off the Record" sprechen Martin Splitt und John Müller aus dem Google Search Relations Team über den Seitenindexierungsbericht in der Google Search Console. Sie erklären, wie Website-Betreiber diesen Bericht optimal für sich nutzen können.
Tool zur Mustererkennung
Ein häufiges Missverständnis gerade bei Anfängern ist, dass sie den Bericht öffnen, hunderte nicht indexierte Seiten sehen und sofort in Panik geraten, weil sie alles als Fehler werten, die sie unbedingt beheben müssen. Der Bericht sollte aber nicht als eine reine To-Do-Liste betrachtet werden. Stattdessen sollte man die Daten zur Mustererkennung nutzen und nach unerwarteten Dingen Ausschau halten. Der Fokus sollte auf der Frage liegen, ob sich die Website im Index so verhält, wie man es von ihr erwartet.
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Auf diese Fehler sollte besonders geachtet werden
Es lohnt sich besonders, auf plötzliche Anstiege von 404-, 403- oder 500-Fehlern zu achten. Manchmal aktivieren zum Beispiel Hosting-Provider oder CDNs einen Bot-Schutz, der dann auch den Googlebot blockiert.
Besonders tückisch sind Soft Errors, bei denen der Server einen regulären 200er-Statuscode ausgibt, den Nutzern und Crawlern aber eine "Sind Sie ein Bot?"-Abfrage zeigt. Solche Blockaden können der eigenen SEO erheblich schaden.
"Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert": eine Frage der Qualität
Wenn viele URLs den Status "Gefunden – zurzeit nicht indexiert" oder "Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert" aufweisen, kann das auf ein grundlegendes Qualitätsproblem der Website hindeuten. Wenn Googles Systeme ernsthafte Bedenken zur Qualität haben, zum Beispiel bei massenhaft generierten, wenig hilfreichen KI-Inhalten, reduzieren sie das Crawling und die Indexierung. Qualität bezieht sich in diesem Zusammenhang nicht nur auf einzigartigen Text, sondern bezieht das gesamte Nutzererlebnis ein. Guter Text, der zum Beispiel hinter viel Werbung oder störenden Interstitials versteckt ist, gilt ebenfalls als Indikator für schlechte Qualität.
Im Zusammenhang mit der zunehmenden Menge von KI-Content hatte Google im April seine Anforderungen an Inhalte erhöht, die für eine Indexierung erfüllt werden müssen.
Der Mythos der Indexierungsrate
Laut John Müller gibt es kein ideales Verhältnis zwischen indexierten und nicht indexierten Seiten. Nutzer sollten sich keine Sorgen machen, wenn beispielsweise nur 20 Prozent ihrer Seiten im Index landen. Als Extrembeispiel nennt er die Entwicklerdokumentation von Google selbst: Dort sind nur rund 5 Prozent der Seiten indexiert, und dennoch ist die Website völlig gesund, weil die wichtigen Inhalte erfasst sind und der Rest bewusst auf "noindex" gesetzt wurde oder aus anderen legitimen Gründen wie zum Beispiel Canonical-Links nicht im Index auftaucht.
Der Site-Abfrage nicht vertrauen
Die site:-Abfrage in der Google-Suche kann in die Irre führen, weil es sich um eine künstliche Abfrageart handelt. Manchmal zeigt sie Seiten an, die nicht indexiert sind, wie zum Beispiel alte URLs nach einem Domain-Umzug, oder sie unterschlägt indexierte Inhalte. Die Google Search Console sollte daher immer als primäre Quelle zur Prüfung herangezogen werden.

























