Google Patent zur KI-generierten Webseitenerstellung: bald nichts mehr zu tun für SEOs und Webdesigner?
Google hat ein neues Patent veröffentlicht, das großen Einfluss auf die Arbeit von SEOs und Webdesignern nehmen könnte.
Das Google Patent mit dem Titel „AI-generated content page tailored to a specific user“ und der Kennzeichnung US12536233B1 beschreibt einen Mechanismus, bei dem Google dynamisch personalisierte Landingpages für Nutzer generiert, um Schwächen in den ursprünglichen Webseiten von Unternehmen auszugleichen.
Das Problem: schlechte Nutzererfahrung auf herkömmlichen Seiten
Häufig stoßen Nutzer nach einer Suchanfrage auf Landingpages, die schwer zu navigieren sind oder ein Design aufweisen, das nicht intuitiv ist. Wenn eine Seite nicht auf Interaktion und Benutzerfreundlichkeit ausgelegt ist, mindert das die Nutzererfahrung und erschwert beispielsweise den gezielten Kauf eines Produkts. Zudem kann sich eine schlechte Nutzererfahrung negativ auf die Rankings in der Google Suche auswirken.
Wie die KI-generierte Webseite funktioniert
Um dieses Problem zu lösen, führt das Google-System bei einer Suchanfrage eine Bewertung der Zielseite eines Unternehmens durch und berechnet einen sogenannten Landing Page Score. Dieser Score wird durch verschiedene Metriken bestimmt. Dazu gehören die Konversionsrate, die Absprungrate und die Klickrate.
Auch qualitative Faktoren wie die Qualität von Design- und Inhalt fließen in die Bewertung ein. Eine Ursache für einen schlechten Score kann zum Beispiel das Fehlen grundlegender Funktionen sein wie beispielsweise ein fehlender Filter für Produkte.
Wenn eine Seite als unzureichend eingestuft wird, passt Google die Suchergebnisseite an. Der Nutzer erhält dann einen Link zu einer völlig neu generierten KI-Seite anstelle der oder zusätzlich zur originalen Webseite des Unternehmens. Die Seite wird mithilfe von KI-Modellen zur Text-, Bild-, Audio- und Videogenerierung erstellt.
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Besonderheiten und Funktionen der KI-Landingpages
Diese KI-generierten Seiten sind auf den jeweiligen Nutzer zugeschnitten. Sie integrieren kontextbezogene Informationen wie die aktuelle Suchanfrage und die bisherige Suchhistorie des Nutzers. Zu den Kernfunktionen dieser Seiten gehören:
- Produkt-Feeds: Eine strukturierte und übersichtliche Darstellung von Produkten des jeweiligen Unternehmens.
- Call-to-Action (CTA): Klare Kauf- oder Handlungs-Buttons, die direkt zu den detaillierten Produktseiten des Unternehmens führen.
- KI-Chatbots: Ein integrierter Chatbot, der direkt auf der Seite mit dem Nutzer interagieren kann.
- Dynamische Inhalte: Jeder Bestandteil der Seite wird basierend auf der Suchanfrage dynamisch mit generierten Inhalten versehen.
Mögliche Anwendungsfälle (Use Cases)
Aus den Beschreibungen des Patents lassen sich äußerst praktische Anwendungsfälle ableiten:
Personalisiertes E-Commerce & zielgerichtetes Shopping
Ein Nutzer recherchiert über einen längeren Zeitraum nach einem neuen Arbeitsgerät und sucht nach Begriffen wie „bester Laptop für Architektur“, „bester Laptop für 3D-Modellierung“ und schließlich nach einer spezifischen Laptop-Marke. Wenn der Ziel-Shop eine unübersichtliche Website hat, schaltet sich die Google-KI ein. Sie erstellt eine personalisierte Shop-Seite, die genau auf diese Historie eingeht, die relevantesten Laptops für Architektur in einem Produkt-Feed bündelt und direkte Kauf-Buttons anbietet. Der Nutzer kann so schneller und sicherer eine Kaufentscheidung treffen.
Conversion-Rettung für Unternehmen mit veraltetem Webdesign
Viele kleinere Unternehmen oder Organisationen haben Webseiten mit mangelhafter Zielgruppenansprache oder fehlenden Elementen wie Produktfiltern. Anstatt dass der Nutzer die Seite frustriert verlässt, fängt Google den Nutzer mit der KI-generierten Seite auf. Das Unternehmen profitiert dabei direkt von verbesserten Leistungsmetriken wie höheren Konversionsraten, ohne dass zusätzlicher Aufwand in das Webdesign oder in generative KI-Features gesteckt werden muss.
Interaktive Kundenberatung durch integrierte Chatbots
Besucht ein Nutzer die KI-generierte Seite eines Anbieters, muss er sich nicht mit FAQs beschäftigen oder Informationen von verschiedenen Seiten suchen. Die von Google generierte Seite kann direkt einen KI-Chatbot des Anbieters einbinden. Dieser Chatbot beantwortet sofort Fragen passend zur Suchintention des Nutzers und leitet ihn nahtlos durch den Kauf- oder Informationsprozess.
Ist das das Ende von SEO und Webdesign?
Wenn Google jetzt nicht mehr nur Suchergebnisse und Antworten per KI erzeugt, sondern gleich komplette Landing Pages generiert, stellt sich die Frage, was das für Disziplinen wie SEO und Webdesign bedeutet. In beide Bereiche greift das vorgestellte Patent ein.
Wenn Google bzw. die eingesetzte KI am besten bewerten kann, was ein Besucher nach dem Klick auf der verbundenen Seite erwartet, wäre das in der Tat ein Ersatz für manuelle Optimierungen.
Allerdings müssen die Informationen, die Google für den Bau von Landing Pages verwendet, von irgendwo kommen. Im Fall von Produktseiten und Produktfeeds ist das noch recht einfach. Schwieriger wird es dann, wenn es um besondere Angebote, eine spezielle Kundenansprache oder um einzigartige Inhalte mit Mehrwert wie zum Beispiel selbst erhobene Daten, Erfahrungsberichte oder die eigene Meinung geht. Das kann die KI nicht ersetzen.
Problematisch können auch mögliche Fehler sein, die in automatisch erzeugten Landing Pages enthalten sein könnten, wie zum Beispiel falsche Preise, Lieferzeiten oder Zusatzleistungen. All das muss Google ausschließen und sicherstellen, dass die erzeugten Seiten fehlerfrei sind. Aber noch sprechen wir erst über ein Patent und kein fertiges Produkt.
KI-basierte Webseiten könnten, sollten diese Risiken ausgeschlossen oder zumindest begrenzt werden, irgendwann durchaus eine hilfreiche Ergänzung sein, die es auszuprobieren lohnt.

























