IBM stellt GEO-Playbook mit 12 Punkten vor
IBM hat ein GEO-Playbook vorgestellt: Es geht um 12 Punkte, auf die Unternehmen achten müssen, um in der KI sichtbar zu sein.
Auf dem Adobe Summit haben Alexis Zamkow und Sandhya Ranganathan Iyer von IBM beschrieben, warum Unternehmen ein GEO-Playbook benötigen. Search Engine Land hatte darüber berichtet.
Weil KI-Agenten zunehmend als Vermittler zwischen Marken und Kunden auftreten, könnten in den nächsten zwei Jahren etwa 75 Prozent der Sichtbarkeit in der Suche auf diese Systeme übergehen. Für Unternehmen und Website-Betreiber bedeutet das: Wenn ihre Marke nicht Teil der KI-Antworten ist, wird sie bei Kaufentscheidungen oft gar nicht mehr berücksichtigt, denn viele Suchen enden mittlerweile ohne Klick auf eine Website.
Das von IBM vorgestellte GEO-Playbook umfasst 12 Punkte, die es zu berücksichtigen gilt.
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1. Strategische Content-Grundlagen
Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre Inhalte überall, das heißt von der eigenen Website über PR bis hin zu Social Media, eine konsistente Geschichte erzählen. Wenn verschiedene Kanäle einander widersprechende Botschaften senden, etwa wenn die Website Premium-Qualität bewirbt, aber Bewertungen von niedrigen Preisen sprechen, verliert die Marke an Autorität und das Vertrauen der KI.
2. Standards für abrufbare Textpassagen
Weil KI keine Webseiten rankt, sondern Antworten extrahiert, müssen die Inhalte leicht greifbar sein. Das bedeutet, dass Website-Betreiber klare Fragen und Antworten formulieren, kurze, fokussierte Abschnitte nutzen und eine direkte Sprache wählen sollten, damit die KI die Inhalte problemlos in ihren eigenen Antworten wiederverwenden kann. Interessant dabei ist, dass Google gerade etwas anderes empfohlen hat: Demnach sei es nicht notwendig, die Inhalte eigens für KI zuzuschneiden.
3. Technische Grundlagen
Selbst der beste Inhalt ist nutzlos, wenn Maschinen ihn nicht lesen können. Deshalb sind sauberes HTML, strukturierte Daten wie Schema und Metadaten sowie schnell ladende Seiten unerlässlich; ein optisch ansprechendes Design allein reicht nicht aus, weil es für eine KI im schlimmsten Fall nur wie eine Überschrift mit einer leeren Seite aussieht.
4. Ausrichtung der internen Suche und generativen KI-Suche
Die Optimierung beginnt auf der eigenen Website, denn wenn das eigene, im Idealfall KI-gestützte Suchsystem keine Antworten findet, werden externe KI-Tools das ebenfalls nicht schaffen. Eine starke interne Suche hilft somit, die eigenen Inhalte effektiv für die externe Sichtbarkeit zu trainieren.
5. Qualifizierungsmodell für KI-Zitate
Das Ziel von GEO ist es nicht nur, erwähnt zu werden, sondern von der KI offiziell zitiert zu werden. KI-Systeme suchen nach Signalen wie klarer Expertise, konsistenten Botschaften und Übereinstimmung zwischen verschiedenen Quellen, um einer Marke das nötige Vertrauen entgegenzubringen.
6. Textoptimierung
Weil KI-Werkzeuge Informationen aus vielen verschiedenen Quellen ziehen und kombinieren, müssen die Inhalte klar strukturiert und reich an Kontext sein. Wenn Texte schwer aufzuschlüsseln sind, wird die KI sie ignorieren und stattdessen auf andere, leichter zugängliche Quellen ausweichen.
7. Strategie für Drittanbieter-Plattformen
Die eigene Website ist nicht mehr die einzige oder gar wichtigste Quelle für Sichtbarkeit, weil 85 Prozent der Erwähnungen von externen Domains stammen. Die Präsenz der Marke lebt im gesamten Internet. Deshalb spielen Inhalte von Drittanbietern auf Plattformen wie Reddit, in sozialen Medien, Foren und in der Medienberichterstattung nun eine entscheidende Rolle für den Sucherfolg.
8. Messung, KPIs und Reporting
Alte Metriken wie reine Klickzahlen reichen nicht mehr aus, um den Erfolg zu messen. Unternehmen müssen nun erfassen, wie oft die KI ihre Marke erwähnt, wo sie zitiert wird und auf welchen Plattformen die Inhalte erscheinen. Die zentrale Frage verschiebt sich von "Haben wir Traffic bekommen?" zu "Hat die KI uns empfohlen?"
9. Standardarbeitsanweisungen
Teams benötigen klare Regeln, wie Inhalte geschrieben, strukturiert und veröffentlicht werden müssen. Ohne solche Standardarbeitsanweisungen würden verschiedene Abteilungen unterschiedliche Formate erstellen. Das würde die KI verwirren und die Sichtbarkeit der Marke schwächen.
10. Best Practices für das Prompting
Die Suche wird zunehmend konversationell, weil Nutzer nicht mehr nur einzelne Schlüsselwörter eintippen, sondern ihre Bedürfnisse oft in ganzen Sätzen beschreiben. Die Inhalte der Website-Betreiber müssen auf diese Art von Fragen abgestimmt sein. Das bedeutet, dass sie sich in den Nutzer hineinversetzen und ihre Texte so verfassen müssen, als wären sie die direkte Antwort auf ein Gespräch.
11. Change Management
Der Wechsel zur KI-Suche ist ein unternehmensweiter Wandel, der Abteilungen wie IT, PR und Produktentwicklung einschließt. Um erfolgreich zu sein, müssen Silos aufgebrochen, gemeinsame Ziele definiert und Teams für neue Arbeitsabläufe geschult werden.
12. Governance und Versionierung
Weil sich KI-Systeme kontinuierlich ändern, Wettbewerber ihre Inhalte aktualisieren und sich die KI-Antworten schnell und häufig verändern, ist GEO ein nie endender Prozess. Marken benötigen deshalb ein fortlaufendes Monitoring, regelmäßige Aktualisierungen ihrer Inhalte und klare Verantwortlichkeiten, um nicht durch veraltete Informationen ihre Position in den KI-Antworten zu verlieren.
Was das für Unternehmen und Webseitenbetreiber bedeutet
Um sich auf den Wandel der Suche durch KI einzustellen, geht es in erster Linie darum, als gültige Antwort für eine KI-Nennung infrage zu kommen. Marken müssen den Übergang von isolierten Webseiten zu einem zusammenhängenden Ökosystem der Informationen meistern. Sie müssen sich darauf konzentrieren, anstelle von einfachen Links echte Zitate und Erwähnungen zu verdienen.
Laut IBM ist das eine strategische Herausforderung auf CEO-Ebene. Führungskräfte im gesamten Unternehmen müssen sich dafür einsetzen, der KI beständig die richtigen Informationen zu liefern, denn Marken, die sich nicht an dieses neue Suchverhalten anpassen, riskieren schlichtweg, unsichtbar zu werden und vom Markt zu verschwinden.
Ist GEO also etwas anderes als SEO?
Die Frage wird immer wieder gestellt. Die Antwort hängt von der Perspektive ab. Wenn man SEO vor allem als Mittel versteht, um in klassischen Suchergebnissen gute Rankings zu erzielen, dann sind SEO und GEO zwei unterschiedliche Disziplinen.
SEO ist aber weit mehr als das. Bei SEO geht es darum, in der Suche präsent zu sein und auf diese Weise zu den gewünschten Ergebnissen zu gelangen, also zum Beispiel, um Produkte zu verkaufen oder Kunden zu gewinnen. Dabei fokussiert sich SEO nicht auf eine bestimmte Suchmaschine wie Google und auch nicht auf eine bestimmte Art von Suchergebnissen. Auch KI-Antworten und die Sichtbarkeit für KI-Agenten gehören dazu. Insofern ist GEO - und damit auch die von IBM vorgeschlagenen Maßnahmen - als Teil der SEO zu betrachten.
























