Google soll in Großbritannien seine Ranking-Algorithmen offenlegen
Die britische Wettbewerbsbehörde CMA fordert von Google die Offenlegung seiner Ranking-Algorithmen und die Übertragbarkeit von Suchedaten an Drittanbieter.
Die CMA fordert von Google die Umsetzung von zwei neuen Verhaltensvorgaben, um die Bedingungen für Unternehmen und Verbraucher zu verbessern. Diese Forderungen umfassen zwei Kernbereiche:
1. Faires und transparentes Ranking
Google muss die Fairness und Transparenz bei der Platzierung von Suchergebnissen deutlich verbessern. Die CMA fordert in diesem Zusammenhang:
- Objektive Kriterien: Organische Suchergebnisse einschließlich AI Overviews (ohne gesponserte Ergebnisse) müssen nach objektiven und diskriminierungsfreien Maßstäben eingestuft werden.
- Mehr Transparenz und Vorwarnung: Unternehmen müssen besser darüber informiert werden, wie die Rankingsysteme funktionieren, und vorab über wesentliche Änderungen benachrichtigt werden.
- Klare Beschwerdeprozesse: Google muss Verfahren einführen, über die Unternehmen Bedenken bezüglich der Platzierung ihrer Ergebnisse äußern können, sodass diese effektiv geklärt werden.
Google hat sechs Monate Zeit, diese Anforderungen an das Ranking umzusetzen.
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2. Datenportabilität für Nutzer
Um Innovationen und mehr Auswahlmöglichkeiten für Verbraucher zu fördern, macht die CMA die Möglichkeit zur Übertragung von Suchedaten zur Pflicht.
Google muss es seinen Nutzern ermöglichen, ihre Suchdaten an autorisierte Drittanbieter zu übertragen. Das soll es Drittfirmen erleichtern, personalisierte Dienste wie maßgeschneiderte Reisevorschläge, relevante Einkaufsangebote, Prämien oder Rabattcodes anzubieten.
Die bislang von Google freiwillig angebotene API zur Portabilität wird damit in Großbritannien gesetzlich bindend, wodurch die Rechte der britischen Nutzer an das Niveau der EU angeglichen werden.
Für die Umsetzung dieser Datenportabilität hat Google drei Monate Zeit.
Die CMA kündigt an, die Einhaltung dieser Forderungen streng zu überwachen, unter anderem durch regelmäßige Berichterstattung, und behält sich vor, die Maßnahmen aufgrund der schnellen Entwicklung von Suchmaschinen bei Bedarf noch zu erweitern.
Wie realistisch ist das?
Google wird mit Sicherheit keine detaillierten Informationen zum Ranking seiner Suchergebnisse veröffentlichen. Das wäre, als müsse Coca Cola sein Rezept an seine Wettbewerber weitergeben. Um den Forderungen entgegenzukommen, wird Google vermutlich einige Angaben zur grundsätzlichen Sortierung von Suchergebnissen machen. Dabei wird Google allerdings kaum über das hinausgehen, was ohnehin schon bekannt ist, weil es zum Beispiel im Zuge des Google Leaks oder in Gerichtsverfahren an die Öffentlichkeit gelangt ist.
Zudem entwickeln sich die Algorithmen schnell weiter. Selbst wenn Google heute den aktuellen Stand im Detail herausgeben würde, entspräche dieser morgen schon nicht mehr der Realität. Insofern kann Google den Forderungen der CMA gelassen gegenüberstehen.

























