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SEO-News

Von wegen KI killt SEO: Suche-Traffic sinkt laut Analyse um gerade einmal 2,5 Prozent

Christian Kunz
21. Januar 2026
Zuletzt aktualisiert: 21. Januar 2026
Statistik und Webanalytics

Der Suche-Traffic zeigt sich entgegen pessimistischen Prognosen überraschend stabil. Er sank im Jahresvergleich gerade einmal um 2,5 Prozent. Verschiedene Websites konnten sogar zulegen, was eine aktuelle Analyse hervorhebt.

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Seit dem Start von ChatGPT und der rasanten Verbreitung von Large Language Models hält sich hartnäckig das Gerücht, die klassische SEO sei am Ende. Eine aktuelle Analyse von über 40.000 der größten US-Websites durch Graphite und Similarweb zeichnet jedoch ein anderes und differenziertes Bild.

Mythen vs. Wahrheit: Was die Daten wirklich sagen

In der Debatte um die Zukunft der Suche kursieren diverse Mythen, die durch spekulative Annahmen und fehlerhafte Analysen befeuert werden.

Viele Studien behaupten dramatische Rückgänge und prognostizieren noch schlimmere Einbrüche. Gerne zitiert wird eine Prognose von Gartner aus dem Jahr 2024, die besagt, der Suche-Traffic werde bis 2026 um 25 Prozent sinken. Der organische Traffic von Google zu Websites ist im Jahresvergleich jedoch nur minimal zurückgegangen, nämlich um  etwa 2,5 Prozent.

Außerdem wird oftmals behauptet, dass viele Nutzer nun LLMs statt Google verwenden und die Besucherzahlen der Suchmaschinen sinken. Der Traffic zu Suchmaschinen ist jedoch weitgehend stabil. Die Besucherzahlen bei Google stiegen im vierten Quartal 2025 im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht um +1,4 Prozent an. Allerdings ist die Unterscheidung zwischen Google und LLMs nicht trennscharf, weil Google selbst in den AI Overviews, im AI Mode und für verschiedene Suche-Features KI einsetzt.

Ein weiterer Vorwurf lautet, Google würde organische Ergebnisse zugunsten von bezahlten Anzeigen verdrängen. Die Analyse zeigt: Zwar gab es einen leichten Anstieg bei den Klicks auf Anzeigen (+2,1 Prozent), doch 90 Prozent aller Klicks von Google entfallen nach wie vor auf organische Ergebnisse. Der organische Bereich ist immer noch zehnmal größer als der Anzeigenbereich.

Und schließlich heißt es immer wieder: AI Overviews  zerstören die Klickrate. Das haben verschiedene Studien ergeben. Die Ergebnisse der Analyse zeigen jedoch: Wenn AI Overviews angezeigt werden, sinkt die Klickrate tatsächlich um etwa 35%. Allerdings erscheinen diese Übersichten nur bei rund 30% der Suchanfragen; oft ersetzen sie dabei Featured Snippets, welche die Klickrate bereits zuvor reduziert hatten. Zudem tauchen AI Overviews vorwiegend bei informationalen Suchanfragen auf, während wertvolle kommerzielle Keywords oft unberührt bleiben.

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Christian Kunz
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Gewinner und Verlierer: Wer profitiert und wer verliert?

Die Analyse zeigt, dass der leichte Rückgang des Traffics nicht alle Websites gleichermaßen betrifft. Es gibt klare Verschiebungen je nach Größe und Branche der Website.

Gewinner und stabile Seiten:

  • Interessanterweise verzeichneten die Top 10 der größten Websites sogar einen Anstieg des SEO-Traffics um +1,6 Prozent. Auch viele kleinere Nischenseiten konnten zulegen.
  • Branchen wie Bekleidung, Shopping und Marktplätze sahen Traffic-Anstiege. Dies deutet darauf hin, dass transaktionale Suchen weiterhin stark über klassische Suchmaschinen laufen.

Verlierer:

  • Der Rückgang konzentrierte sich primär auf Websites im mittleren Segment, konkret die Top 100 bis 10.000 der größten Seiten.
  • Besonders hart getroffen wurden Kategorien wie News, Gesundheit, Kochen und Unterhaltung. Diese Bereiche verzeichneten Rückgänge von jeweils mehr als 10 Prozent. Dies korrespondiert mit der Beobachtung, dass KI-Übersichten vor allem informationale Suchanfragen bedienen.

Der Ansatz der Analyse

Die Untersuchung stützt sich laut den Autoren auf quantitative Daten statt auf Meinungen:

  • Es wurden Verkehrsdaten von Similarweb analysiert, die auf einem Panel von Hunderten Millionen Geräten basieren.
  • Untersucht wurden über 40.000 der größten US-Websites.
  • Die Genauigkeit der Similarweb-Daten wurde durch einen Abgleich mit direkten First-Party-Daten aus der Google Search Console überprüft, wobei eine sehr hohe Korrelation (Median 0,86) festgestellt wurde.

Fazit

Von “SEO ist tot” kann keine Rede sein. Während sich die Landschaft wandelt und bestimmte Informationsbereiche an KI-Antworten verlieren, bleibt die organische Suche für den Großteil des Webs, insbesondere für kommerzielle Anbieter und große Marken, der dominierende Kanal.

Christian Kunz

Von Christian Kunz

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