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AMPAMP, das von Google entwickelte Framework für schnellere mobile Webseiten, schafft Möglichkeiten für eine Standardisierung des Webs. Wer mitzieht, kann davon profitieren - doch was ist mit dem Rest? In einer Diskussion haben Google News-Chef Richard Gingras, der Journalist und Blogger Jeff Jarvis, Google-Ex-Spambekämpfer Matt Cutts und Kevin Marks von Indie Web über potentielle Chancen und Risiken von AMP gesprochen.

AMP steht für Accelerated Mobile Pages. Das Framework ist Open Source und kann von Entwicklern und Publishern zum Bauen schlanker und schneller Webseiten genutzt werden. Das erklärte Ziel Googles ist es, die Auslieferung von Inhalten zu beschleunigen und auch dort geringe Ladezeiten zu erreichen, wo dies heute aufgrund geringer Bandbreiten noch nicht möglich ist - wie zum Beispiel in vielen ländlichen Regionen oder auch in Entwicklungsländern. Wer auf AMP umstellen möchte, kann entweder eine zusätzliche Version der Webseite auf AMP-Basis bauen oder eine bestehende Version auf AMP umziehen. Google wird AMP-Seiten zu Beginn des kommenden Jahres crawlen können.

 

AMP - kein JavaScript von Drittanbietern

Im Grunde basiert AMP auf den Säulen verschlanktes HTML und verschlanktes JavaScript sowie dem Cachen von Inhalten in der Cloud. JavaScript von Drittanbietern ist auf AMP-Seiten nicht mehr erlaubt. Das bedeutet, dass man auf bestehende AMP-Tags zurückgreifen muss - etwa um Videos oder andere Objekte einzubinden. Anwendungsfälle, für die es noch kein AMP-Element gibt, bleiben außen vor. Das gesteht auch Matt Cutts ein: Er bestätigt, dass AMP nicht 100 Prozent aller Anwendungsfälle abdeckt. So sei es zum Beispiel derzeit nicht möglich, einen Dienst wie Gmail mit AMP zu bauen.

 

Ad-Netze vor Problemen

Viele Ad-Netzwerke könnten durch AMP Probleme bekommen. Das hat die folgenden Gründe: Erstens sind Ads oftmals der Hauptgrund, warum Webseiten lange zum Laden brauchen. Somit stehen sie klar im Fokus der Optimierungsbemühungen. Zweitens nutzen die meisten Anzeigen JavaScript. JavScript von Drittanbietern wird jedoch unter AMP nicht mehr unterstützt. Zwar bindet Google zu Beginn fünf Ad-Netzwerke in das AMP-Projekt ein - vier davon gehören Google selbst, Amazon oder AOL. Zudem könne laut Google jedes Ad-Netzwerk beitreten. Diejenigen, die zu Beginn dabei sind, haben schon jetzt große Startvorteile, wenngleich zum jetzigen Zeitpunkt laut Richard Gingras, Head of Google News, noch nicht einmal alle Anzeigen aus Googles eigenem Werbenetzwerk AMP-konform seien.

Es bleibt die Befürchtung, dass Google AMP dazu nutzen könnte, Wettbewerber auf dem Anzeigenmarktzu verdrängen, indem durch die erforderlichen technischen Umstellungen zum Erreichen einer AMP-Kompatibilität bei diesen Wettbewerbern ein großer Aufwand erzeugt wird.

 

Standardisierung oder nicht?

Google strebt durch AMP eine Standardisierung der Web-Technologien an. Einen Standardisierungsprozess durch das World Wide Web Consortium (W3C) sieht Gingras jedoch kritisch - diese würde mehrere Jahre dauern. Laut seiner Aussage soll AMP dazu beitragen, Redundanzen zu vermeiden und gleichzeitig den Publishern die Kontrolle überlassen. Derzeit würden etwa 4.500 Entwickler am GitHub-Projekt mitarbeiten. Es gebe sehr wertvolle und fruchtbare Diskussionen in der Emtwicklergemeinde. Das Ziel sei, alle modernen Browser zu unterstützen. Dass Google AMP so vehement vorantreibt, sieht Gingras nicht als Problem. Vielmehr müsse Google hier die Verantwortung übernehmen, denn kleinere Unternehmen seien dazu nicht in der Lage. Zudem arbeite Google wie andere Unternehmen auch schon lange an der Entwicklung des Webs mit.

 

AMP als Rankingfaktor?

In der Diskussion ging es auch um die Frage, ob Google zukünftig Webseiten bevorzugen wird, die unter AMP laufen. Dazu entgegnete Matt Cutts, das werde nicht geschehen. Jedoch hätten bereits heute Webseiten mit einer geringeren Ladezeit Vorteile gegenüber anderen Webseiten, wenn andere Faktoren wie zum Beispiel die Qualität der Inhalte ansonsten vergleichbar wären.

Die gesamte Diskussion zeigt das folgende Video:

 

 

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