Instagram-Chef sieht soziale Medien durch KI-Inhalte bedroht
Adam Mosseri, Head of Instagram, sieht schwindendes Vertrauen und eine neue Auffassung von Authentizität als große Herausforderungen für soziale Netzwerke. Der “Standard des Vertrauens” werde einer grundlegenden Skepsis weichen.
Die Möglichkeiten generativer KI wirken sich auf große Teile der Gesellschaft und des täglichen Lebens aus. Betroffen sind auch soziale Netzwerke wie TikTok, LinkedIn oder Instagram, denn es ist längst nicht mehr ohne weiteres erkennbar, welche Inhalte echt und welche per KI erzeugt wurden.
Das führt zur Besorgnis - auch bei den Betreibern der sozialen Netzwerke. In einem Post auf Threads hat sich dazu jetzt Adam Mosseri geäußert. Er ist Head of Instagram. Die Macht habe sich demnach durch die stark gesunkenen Kosten für die Verteilung von Inhalten von traditionellen Institutionen hin zu individuellen Creators verschoben. Das Vertrauen in etablierte Medien sinke. Die digitale Welt stehe vor einer Flut künstlicher Inhalte, die zunehmend realistischer würden und kaum noch von echten Aufnahmen zu unterscheiden seien. In diesem Umfeld entwickelt sich laut Mosserit echte Authentizität zu einer knappen Ressource, wodurch die Nachfrage nach Creators steigen wird, die nicht nur Inhalte erstellen, sondern etwas schaffen, das nur sie aufgrund ihrer Persönlichkeit produzieren können.
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Wandel der Ästhetik
Ein zentraler Aspekt dieser Entwicklung ist der Wandel der Ästhetik: Der hochglanzpolierte, perfekte Look vergangener Jahre gilt nach Auffassung von Mosseri als überholt, weil Nutzer nun ungestellte, sozusagen rohe Inhalte bevorzugen, die zum Beispiel unscharf oder verwackelt sind.
Fehlende Perfektion werde dabei zum entscheidenden Signal für Echtheit und diene als Beweis gegen die maschinelle Optimierung; Kamerahersteller, die weiterhin primär auf technische Bildoptimierung setzen, wetten laut dieser Einschätzung auf die falsche Ästhetik.
Blickt man in die Zukunft, so erwartet Mosseri, dass KI-Tools bald in der Lage sein werden, jede Ästhetik, auch die der Imperfektion, täuschend echt zu imitieren. Die Folge sei ein tiefgreifender psychologischer Wandel vom Standard des Vertrauens hin zu einer grundlegenden Skepsis.
Echte Inhalte verifizieren statt des bloßen Erkennens von KI-Inhalten
Mosseri sieht als notwendige Konsequenz die Entwicklung von Strategien durch die Plattformen, die über das bloße Kennzeichnen von KI hinausgehen: Es werde notwendig sein, echte Medien aktiv zu verifizieren, etwa durch kryptografische Signaturen direkt bei der Aufnahme. Wichtig seien auch der Kontext zur Glaubwürdigkeit der absendenden Accounts, um Nutzern Orientierung zu bieten.
Creators, die auch zukünftig Authentizität schaffen, würden erfolgreich sein und mehr Nachfrage erfahren:
“Authenticity is fast becoming a scarce resource, which will in turn drive more demand for creator content, not less. The creators who succeed will be those who figure out how to maintain their authenticity whether or not they adopt new technologies.”
Fazit
KI-Inhalte können den sozialen Medien dann gefährlich werden, wenn es nicht gelingt, diesen grundlegenden Zweifel zu beseitigen und authentische Inhalte eindeutig zu identifizieren. In diesem Fall könnte das Interesse aufgrund der hochglanzpolierten KI-Inhalte schnell nachlassen, was auch echte Inhalte betrifft, denn es könnte ja immer sein, dass hier doch die KI ihre Hand im Spiel hatte.
Es wird spannend zu beobachten sein, ob es durch technische oder andere Maßnahmen gelingen wird, authentische Inhalte zu erkennen. Umso besser die Ergebnisse der KI werden, desto schwieriger wird diese Aufgabe.

























