Google GIST Algorithmus: Warum Unique Content jetzt noch wichtiger ist
Mit dem GIST Algorithmus wählt Google Inhalte aus, die gleichzeitig hilfreich sind und sich von anderen Inhalten unterscheiden. Wer nur noch die Seiten auf den Top-Rankings kopiert, läuft Gefahr, aussortiert zu werden.
Unique Content war für die Suche schon immer wichtig. Dabei geht es darum, Inhalte mit Mehrwert zu schaffen, die es so noch nicht gab.
Mit dem in diesem Jahr von Google vorgestellten GIST-Algorithmus (Greedy Independent Set Thresholding, wobei “Gist” auch für “Sinn” oder “Bedeutung” stehen kann), möchte Google die Auswahl von Quellen für seine Antworten optimieren. Dabei geht es um eine möglichst effiziente Auswahl der besten Quellen nach zwei Kriterien:
- Sie müssen möglichst hilfreich sein und
- Sie müssen sich von anderen Quellen unterscheiden.
Der Einsatzbereich von GIST ist insbesondere die KI-Suche, denn hier ist Effizienz entscheidend.
Warum ist das sinnvoll?
Wenn Google für seine KI-Antworten alle oder zumindest einen großen Teil der potenziell geeigneten Dokumente verwenden würde, dann würde das die Rechenkapazitäten der KI extrem belasten. Zudem sind die Kontextfenster der KI begrenzt. Das bedeutet, es sollten hier nur wirklich relevante Informationen genutzt werden.
Anstatt nun einfach die fünf oder zehn am besten rankenden Dokumente für eine Suchanfrage zu nutzen, wählt GIST die Dokumente aus, die sowohl hilfreich sind, sich aber auch deutlich voneinander unterscheiden.
Wie Google beschreibt, soll es GIST ermöglichen, mindestens die Hälfte des optimalen Wertes im Vergleich zur Auswahl unter allen Dokumenten zu erreichen - und das mit nur einem Teil der Daten. Das ist ein riesiger Gewinn an Effizienz.
Der Algorithmus bestimmt dazu verschiedene “Bubbles” mit ähnlichen Dokumenten und sucht hier jeweils ein Dokument aus, welches den höchsten Score für die Suchanfrage erzielt. Um das Dokument herum gibt es eine “No-Go-Zone” - Dokumente, die zu ähnlich sind, fallen dann unter den Tisch.

Abbildung 1: GIST Greedy Selection
Was bedeutet das konkret für die Praxis?
Konkret leitet sich daraus eine klare Handlungsempfehlung ab: Es genügt nicht mehr, sich inhaltlich an den am besten rankenden Seiten für ein Keyword zu orientieren. Es ist wichtig, sich von diesen zu unterscheiden, gleichzeitig aber auch hilfreiche Inhalte zu bieten.
Dazu bieten sich verschiedene Möglichkeiten an. Man kann zum Beispiel die eigene Meinung zu einem Thema veröffentlichen, über eigene Erfahrungen berichten oder bestimmte Szenarien und Fragen behandeln, die in den bestehenden Dokumenten noch nicht abgedeckt sind.
Zu empfehlen ist auch der Einsatz strukturierter Daten vom Typ claimReview oder itemLists, um Einzigartigkeit zu signalisieren. Das zumindest empfiehlt Hristo Stanchev, Gründer von WebsiteAIScore.com, auf Reddit.
Unternehmen müssen in ihre Bekanntheit und Sichtbarkeit investieren und dafür sorgen, dass sie als eigenständig wahrgenommen werden.
Schwierig kann es für Newsportale werden, die lediglich Agenturmeldungen wiedergeben. Diese Art von Syndicated Content kann von GIST als nicht einzigartig genug erkannt werden und damit aus den Antworten herausfallen.
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GIST-Check: So lassen sich geeignete Inhalte testen
Wer prüfen möchte, ob die eigenen Inhalte einzigartig genug für GIST sind, kann dazu den GIST Compliance Check von Hristo Stanchev verwenden. Dieses Tool zeigt die inhaltliche Ähnlichkeit an und gibt Empfehlungen, was angepasst werden sollte.

Abbildung 2: Beispielergebnis des GIST Compliance Checks
In welchem Umfang Google GIST bereits einsetzt, ist unklar. Es scheint aber sicher zu sein, dass Google den Algorithmus bereits in der KI-Suche einsetzt. Auch YouTube wird im Google Beitrag zum Thema genannt. Es ist recht sicher, dass auch die klassische Suche davon betroffen sein wird. Wer bisher noch nicht auf Unique Content gesetzt hat, sollte also spätestens heute damit anfangen.
FAQs zu GIST
Kommt GIST nur für KI-Antworten zur Anwendung?
Unklar. Es gibt aber Anzeichen, die darauf hindeuten, dass GIST auch in YouTube zum Einsatz kommt. Auch für die klassische Suche wird Google sicherlich in nächster Zeit eine Bereinigung vornehmen, sofern das nicht bereits geschieht.
Wie kann ich testen, ob meine Seite für GIST geeignet ist?
Ja, die semantische Überlappung lässt sich mit Tools wie zum Beispiel dem GIST Compliance Check messen.
Was bedeutet das für syndizierte Inhalte?
Für syndizierte Inhalte wie zum Beispiel Agenturmeldungen auf vielen Nachrichten-Websites bedeutet der GIST-Algorithmus die Gefahr, dass einige der Beiträge zu einem Thema nicht in den Antworten berücksichtigt werden. Allerdings bestand diese Gefahr auch bisher schon, und dennoch zeigt Google oftmals identische Meldungen mehrfach in den Suchergebnissen an. Es kann also sein, dass es Ausnahmeregelungen für bestimmte Publikationen gibt.
Bringt es etwas, wenn ich mich jenseits der Inhalte von den Wettbewerbern unterscheide?
Ob der Algorithmus auch über die Inhalte hinausgehende Faktoren wie zum Beispiel eine besonders gute User Experience berücksichtigt, darf bezweifelt werden. Dafür jedoch hat Google andere Bewertungsmöglichkeiten, allen voran die Nutzersignale wie zum Beispiel die Verweildauer und die Absprungrate.
























