Meinung: Voll automatisierter KI-Content wird zur Normalität
Vollständig per KI generierte Inhalte werden über kurz oder lang große Bereiche des Webs prägen. Das gilt zumindest für bestimmte Arten von Inhalten.
Schon heute sind viele Inhalte im Web per KI generiert, ohne dass wir uns dessen überhaupt bewusst sind. Bekannte Beispiele sind Associated Press, die Washington Post, Reuters und Bloomberg. Sie erzeugen Inhalte wie zum Beispiel Börsenberichte, Daten zu Wahlen, Sportberichte oder Zusammenfassungen für Inhalte teilweise oder komplett per KI.
Gleichzeitig gibt es in SEO-Kreisen Diskussionen darüber, ob rein per KI erzeugte Inhalte eine gute Idee sind. Es kursieren zum Beispiel immer wieder Berichte darüber, dass reine KI-Inhalte für eine gewisse Zeit Impressionen und Klicks erzeugen, dann aber an Sichtbarkeit in der Suche verlieren.
Nachfolgend ist ein Beispiel für den Verlauf von Impressionen und Klicks einer Website zu sehen, auf der ausschließlich KI-Inhalte veröffentlicht wurden:

Abbildung 1: Beispiel-Verlauf Impressionen und Klicks KI-Inhalte. Quelle: Search Engine Land
Allerdings werden bei solchen Experimenten oftmals mehrere Faktoren vergessen, die einen wesentlichen Einfluss auf den Erfolg der Suche nehmen:
- Die Art des Contents
- Kriterien, welche die gesamte Website betreffen
Art des Contents
Rein KI-generierte Inhalte eignen sich für verschiedene Arten von Inhalten, bei denen die KI bereits heute die Aufgaben menschlicher Redakteure ebenso gut oder sogar besser erledigen kann. Dazu gehören die genannten Beispiele für Routine-Inhalte, die nach festen Schemata erstellt werden, wie etwa Börsenberichte. Auch kurze Newsbeiträge, Ticker und Ergebnisdienste gehören dazu.
Auch Erklär-Inhalte wie Glossare, Grundlagenbeiträge oder auch die Zusammenfassung wissenschaftlicher Abhandlungen lassen sich hervorragend per KI erzeugen.
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Dagegen gibt es nach wie vor auch viele Inhalte, für die der Einsatz von KI nicht oder zumindest weniger geeignet ist:
- Erfahrungsberichte
- Meinungen
- Emotionale Themen
- Interviews und Live-Formate
Hier kann KI unterstützend eingesetzt werden. Ohne menschliche Beteiligung funktioniert es dagegen (noch) nicht - zumindest nicht auf überzeugende Weise.
Kriterien, die über den reinen Content hinaus gehen
Google hat immer wieder erklärt, dass sich die Rankings sowohl aus Faktoren der einzelnen Seiten als auch der gesamten Website bestimmen.
Die Diskussion um KI-basierte Inhalte muss demnach nicht nur die Inhalte selbst einbeziehen, sondern auch Kriterien wie EEAT, die User Experience, Backlinks und vieles mehr. Dabei gilt: Nur wenn diese Kriterien passen, können KI-generierte Inhalte auch langfristig erfolgreich sein.
Auf vielen Websites, auf denen massenweise KI-generierte Inhalte veröffentlicht werden, stimmen einfach die Rahmenbedingungen nicht. Die Besucher vertrauen auch deshalb den Inhalten nicht und schaffen negative Signale, die dazu führen, dass Google die Seiten von den vorderen Plätzen der Suchergebnisse entfernt.
Damit die Nutzer einer Website vertrauen, muss diese einen hochwertigen Eindruck machen und Autorität ausstrahlen. Das kann zum Beispiel über eine durchdachte Nutzeroberfläche, erfahrene Autoren oder gute Inhalte geschehen.
Letztendlich geht es immer darum, die Erwartungen der Seitenbesucher zu erfüllen und dafür zu sorgen, dass sie auf der Website genau das finden, was sie benötigen.
Wo KI noch Probleme hat
Es gibt einige Merkmale, anhand derer sich manche KI-Inhalte noch recht gut erkennen lassen.
Hier wären zunächst einmal die Bilder als besonders offensichtliches Merkmal zu nennen. Das Problem mit Bildern hat nämlich gleich mehrere Dimensionen: die Auswahl des Bildmotivs (Kreativität) und die Ausführung (Qualität).
Während sich die Qualität heute aufgrund leistungsfähiger Modelle wie Google Nano Banana 2 mithilfe der passenden Prompts beherrschen lässt, sieht es bei der Kreativität anders aus. Und das Problem betrifft nicht nur Bilder, die von der KI erstellt werden. Kreativität bei der Auswahl der Bildmotive ist auch bei von Menschen erzeugten Bildern eine Herausforderung. Das zeigt der Blick auf manche Website oder in verschiedene Stock-Photo-Archive.
Wenn nicht einmal Menschen in der Lage sind, passende, ansprechende und intuitive Bilder zu erstellen: Wie soll das dann eine KI ohne Zutun des Menschen schaffen?
Ein weiteres Problem betrifft die Quellenauswahl - ein für die Qualität eines Beitrags entscheidender Faktor. Überlässt man der KI die alleinige Auswahl der Quellen, kann das schiefgehen: Entweder werden Quellen genutzt, die es gar nicht gibt (URL-Halluzinationen), es werden Aussagen in den Quellen erfunden, oder es werden Links auf Wettbewerber verwendet.
Ein ebenfalls häufiges Problem ist die Verwendung von Sekundärquellen: Die KI zitiert zum Beispiel eine Studie, setzt aber einen Link auf einen Blogbeitrag, der die Studie beschreibt, nicht aber auf die Studie selbst.
Dieses Problem lässt sich zum Beispiel eingrenzen, indem man Quellen über Black- oder Whitelists eingrenzt.
Gravierend und besonders auffällig sind typische KI-Sprachmuster. Hier einige Beispiele:
- Lange Schachtelsätze
- Hochgestochene Formulierungen wie die Verwendung von “da” statt “weil” oder “dies” statt “das”
- Antithesen wie zum Beispiel: “KI ist keine vorübergehenden Mode, sondern wird bleiben…”
Menschliche Leser erkennen so etwas bewusst oder unterbewusst und lehnen dann solche Texte häufig ab.
All das lässt sich mehr oder weniger mit den richtigen Techniken und Prompts beherrschen. Auch kommt es auf die Verwendung der passenden Tools und Modelle an.
Wichtig ist hier aber vor allem: Bei bestimmten Inhalten wie zum Beispiel bei News oder Wissensthemen stört so etwas weniger; bei anderen Inhalten wie etwa bei Erfahrungsberichten dagegen deutlich mehr.
In manchen dieser Bereiche sind heute noch Korrekturschleifen nötig; sei es, indem eine menschliche Prüfung stattfindet, oder indem es zusätzliche, automatische Prüfungen per KI gibt.
Fazit
Voll automatisiert per KI erstellte Inhalte sind bereits heute Teil der Realität im Web. In bestimmten Bereichen wird KI in Zukunft die meiste Arbeit leisten, während Menschen sich auf andere Aufgaben konzentrieren werden.
Das werden auch Suchmaschinen wie Google akzeptieren, denn es wird zu einem Gewöhnungseffekt kommen: Umso mehr KI-Inhalte es gibt, desto weniger werden sich die Menschen daran stören.
Tests von Websites mit massenhaft erstellten KI-Inhalten, in denen die vermeintliche Schwäche solcher Inhalte in der Suche gezeigt werden soll, sind kein geeignetes Mittel, dies zu beweisen. Ein sinnvolles Test-Szenario wäre eine Website, auf der die passenden Rahmenbedingungen wie zum Beispiel eine gute User Experience, hochwertige Backlinks und vertrauenswürdige Autorenprofile geschaffen werden und die um KI-generierte Inhalte erweitert wird.
Anders wird es bei Inhalten sein, bei denen der Mensch als Autor im Mittelpunkt steht: Das sind vor allem emotionale Themen, Erfahrungsberichte, Meinungen und sozialer Austausch. Hier bleibt der Mensch unverzichtbar.
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