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FilterblaseEine Studie des Wissenschaftsmagazins Science zeigt, dass die Filterblase, also die Verengung des Informationsspektrums durch Facebook, Google und andere, möglicherweise viel kleiner ist als angenommen. Demnach würde nur ein kleiner Teil der verfügbaren Informationen ausgefiltert.

Mit dem Begriff Filterblase oder Filter Bubble wird ein Vorgang beschrieben, der dazu führt, dass Nutzer von Diensten wie Facebook oder Google größtenteils nur noch solche Informationen angezeigt bekommen, die ihren eigenen Neigungen und Bedürfnissen entsprechen. Ein beliebtes Beispiel ist das eines Nutzers, der in eine bestimmte politische Richtung tendiert und meist nur solche Suchergebnisse in Google anklickt, welche zu seinem politischen Konzept passen. Diese Neigung, die der Nutzer in Form seiner Klicks ausdrückt, wird von den Suchalgorithmen berücksichtigt - er erhält in der Folge vermehrt solche Suchergebnisse, die zu seinen Werten passen. Die negative Konsequenz ist, dass Informationen und Meinungen, die über das persönliche Konzept des Nutzers hinausgehen, unter den Tisch fallen. Der Nutzer befindet sich also in einem eingeengten Informationsraum, der Filterblase.

 

Studie untersucht Facebook-Posts von mehr als 10 Millionen Nutzern

Die Süddeutsche Zeitung berichtet in ihrer Ausgabe vom 8. Mai über eine Studie zur Filterblase, die zeigt, dass weitaus weniger Informationen von Facebook ausgesiebt werden, als dies bisher angenommen worden war. Man muss dazu sagen, dass die Studie von Wissenschaftlern durchgeführt wurde, die selbst bei Facebook arbeiten. Die Forscher hatten Zugriff auf die Daten von mehr als zehn Millionen US-amerikanischer Facebook-Nutzer. Diese hatten im zweiten Halbjahr 2014 mehr als 200.000 Links zu politischen Artikeln gepostet, die beispielsweise von Fox News oder der Huffington Post stammten. Anschließend wurde vom Forscherteam beurteilt, ob es sich bei den Artikeln jeweils um eher konservative oder liberale Beiträge handelte. Zum Schluss wurde getestet, wie viele der geposteten Artikel im Newsfeed ihrer Freunde landeten.

Das erstaunliche Ergebnis: Im Durchschnitt sah ein eher demokratisch ausgerichteter Nutzer nur etwa fünf Prozent der Beiträge nicht, die seiner Ausrichtung zuwiderliefen. Bei den Konservativen waren es etwa acht Prozent. Diese Anteile lägen laut Forscherteam deutlich unter der Schwelle, die durch die selektive Wahrnehmung der Nutzer ohnehin gegeben sei.

 

Kritik

Dennoch sollte man diese Ergebnisse kritisch sehen. Erstens wurde die Studie wie erwähnt von Mitarbeitern aus dem Hause Facebook durchgeführt, und zweitens können bereits fünf oder acht Prozent ausgefilterter Ergebnisse ein Problem sein. Was ist, wenn sich darunter ein Artikel befindet, der für den Nutzer besonders interessant gewesen wäre und vielleicht zu einer Änderung seiner Überzeugung geführt hätte?

Generell reagieren die Nutzer sehr empfindlich auf die Manipulation von Nachrichtenströmen. Das wurde deutlich, als Facebook im Rahmen eines Versuchs die Newsfeeds von mehr als 689.000 Nutzern verändert hatte, um die Wirkung von positiven und negativen Nachrichten zu testen.

Weiter muss kritisiert werden, dass für die Untersuchung nur solche Nutzerprofile verwendet wurden, in denen auch die politische Ausrichtung vermerkt war. Vergessen wird dabei jedoch, dass es innerhalb solcher groben Angaben noch Meinungsfacetten geben kann. Außerdem kann es durchaus vorkommen, dass Nutzer auch Links auf Artikel posten, die nicht ihren Überzeugungen entsprechen - etwa dann, wenn sie auf die Widersinnigkeit einer Meldung hinweisen oder sich lustig machen wollen.

 

Fazit

Trotz aller Kritik lässt die beschriebene Untersuchung zumindest am bisher angenommenen Umfang der Fiterblase zweifeln. Sollten die Forscher Recht behalten, dann würde nur ein kleiner Teil der Informationen, die nicht den Nutzerbedürfnissen und -überzeugungen entsprechen, aus den Newsfeeds und Suchergebnissen gefiltert werden. Ob und inwieweit die Ergebnisse auf andere Dienste übertragbar sind (vor allem auf Google), ist dagegen völlig offen, denn die Suchalgorithmen Googles sind nicht mit denen von Facebook vergleichbar.

 

Titelbild © Nobilior - Fotolia.com

 


Christian Kunz

Von Christian Kunz

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