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Kampf gegen Fake NewsGoogle will die Qualität der gelieferten Suchergebnisse verbessern und setzt menschliche Qualitätsprüfer auf Falschmeldungen an. Eine direkte Auswirkung der Prüfung auf die Suchergebnisse soll es aber nicht geben.

 

Fake News sind ein großes Problem - auch Google ist davon betroffen. Der Begriff Fake News greift aber zu kurz, um die Misere zu beschreiben, in der sich neben Google auch Facebook und andere Plattformen im Netz befinden.

Vereinfacht gesagt geht es darum, Fakten von Fiktion zu trennen und dabei auch Inhalte zu identifizieren, die Angriffe auf andere und vor allem auf Minderheiten enthalten.

Google begegnet diesem Problem, indem die ohnehin bereits unter Vertrag stehenden Qualitätstester, deren Zahl sich um die 10.000 bewegen dürfte, auf solche Inhalte angesetzt werden sollen. Dazu wurden die Qualitätsrichtlinien entsprechend erweitert.

Um das Erkennen der fraglichen Inhalte zu erleichtern, beschreiben die Qualitätsrichtlinien die folgenden Eigenschaften:

  • Inhalte, die Hass oder Gewalt gegen eine Gruppe von Menschen fördern, basierend auf Kriterien, die unter anderem die Rasse oder Ethnie, die Religion, das Geschlecht, die Nationalität oder Staatsbürgerschaft, eine Behinderung, das Alter, die sexuelle Ausrichtung oder den Status als Kriegsveteran umfassen,
  • Inhalte mit rassistischen Verunglimpfungen oder extrem beleidigender Sprache,
  • Bildhafte Gewalt, die Gewalt gegen Tiere oder den Missbrauch von Kindern umfasst,
  • Beschreibungen über schädliche Handlungen wie zum Beispiel Anleitungen zum Drogenschmuggel oder zu Anschlägen und
  • Andere Arten von Inhalten, die Nutzer in Ihrem Umfeld als besonders störend oder beleidigend empfinden würden.

Google liefert außerdem zahlreiche Beispiele, die bei der Einstufung von Inhalten helfen solten. Eines dieser Beispiele zeigt der nachfolgende Screenshot:

 

Google: Beispiel in Qualitätsrichtlinien gegen Fake News

Bild: Search Engine Land

 

Während es in einem Teil der oben gezeigten Beispiele jeweils nur darum geht, eine bestimmte Gruppe von Menschen herabzuwürdigen, verweisen andere auf Quellen, die ein Thema entweder sachlich beschreiben oder Tipps zum Umgang mit bestimmten Problematiken geben. Diese Unterscheidung ist wichtig, damit die Qualitätsprüfer eine entsprechende Einstufung vornehmen können.

 

Keine direkten Auswirkungen auf die Rankings

Wenn bestimmte Inhalte von einem oder mehreren Qualitätsprüfern mit einer Markierung für unerwünschte Inhalte versehen wurden, hat dies zunächst keine direkten Auswirkungen auf die Suchergebnisse und die Rankings. Die Daten der Qualitätsprüfer werden vielmehr dazu verwendet, die Algorithmen, die für die Rankings verantwortlich sind, zu verbessern.

Zudem kann es durchaus sein, dass auch nach einer Anpassung der Algorithmen noch Seiten mit den eigentlich unerwünschten Inhalten in den Suchergebnissen erscheien. Das kann vor allem bei navigatorischen Suchanfragen geschehen, bei denen direkt nach solchen Seiten gesucht wird.

 

Erste Erfolge bereits sichtbar

Google hat die neuen Richtlinien bereits im Dezember des letzten Jahres für einige ausgewählte Suchanfragen getestet. Dabei ging es zum Beispiel um Suchanfragen wie "hat der holocaust stattgefunden". Die Ergebnisse für diese Suchanfragen haben sich dadurch eindeutig verbessert.

Auch ein Fake-Video zu Barack Obama, das die Aussage enthält, er sei in Kenia geboren worden, wird nicht mehr ausgespielt, wenn man nach "obama in kenia geboren" sucht - Ausnahme: Man sucht direkt in YouTube bzw. im Video-Vertical.

Googles Ansatz ist sicherlich richtig, auch wenn Zweifel bleiben, ob auf diese Weise die ständig wachsende Menge von Fake News und anderen unerwünschten Inhalten aus den Suchergebnissen entfernt werden können. Dazu bedarf es zusätzlicher Anstrengungen, die neben einem Crowd-basierten Ansatz auch eine weitere Verbesserung der Algorithmen in Verbindung mit Fakten-Checks erforderlich machen.

 


Christian Kunz

Von Christian Kunz

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