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GoogleplexGoogle hat Stellung zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz in seinen Produkten genommen. Insgesamt sieben Prinzipien sollen beschreiben, wie das Unternehmen mit neuen Technologien umgehen wird.

 

Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen bestimmen die Entwicklung neuer Online-Produkte. Die Bandbreite möglicher Anwendungen scheint unbegrenzt: Vom E-Mail-Postfach über medizinische Diagnosen bis hin zur Klimaforschung gibt es heute keinen Bereich mehr, der nicht in irgendeiner Weise von KI betroffen wäre.

Dabei gibt es auch Schattenseiten, was sich zum Beispiel an Googles Beteiligung bei der Entwicklung militärischer Systeme zeigt, welche zu heftigen Diskussionen geführt hatte. Im "Projekt Maven" soll Google bei der Erstellung von Algorithmen geholfen haben, die es Kampfdrohnen erleichtern, ihre Ziele zu finden.

Google hat nun sieben Prinzipien für den Umgang mit KI veröffentlicht. In einem Blogpost nennt CEO Sundar Pichai diese Punkte:

  1. Einen sozialen Mehrwert schaffen: Es sollen Anwendungen erstellt werden, deren Mehrwert die möglichen Risken und Nachteile übersteigen. Hochwertige Inhalte, die kulturelle, soziale und rechtliche Normen respketieren, sollen gefördert werden.
  2. Vermeiden von unfairen Beeinflussungen: Tendenzen, die zu Lasten bestimmter Personen gehen, sollen mit Hilfe von KI vermieden werden. Eigenschaften wie Religion, Herkunft oder sexuelle Orientierung sollen nicht zu ungerechten Bewertungen von Personen führen.
  3. Sicherheit: Durch geeignete Sicherheitsmaßnahmen sollen unerwünschte Ergebnisse vermieden werden. KI-Systeme sollen im Einklang mit Best Practices erstellt werden.
  4. Verantwortung gegenüber den Menschen: Es wird geeignete Feedbackmechanismen geben. Darüber hinaus werden die Systeme umfassend erklärt. Die menschliche Kontrolle der Systeme soll gewahrt bleiben.
  5. Datenschutz und Transparenz: Das Prinzip der Privatsphäre soll Bestandteil der KI-Systeme sein. Die Nutzer sollen informiert werden und die Möglichkeit zur Einwilligung erhalten.
  6. Wissenschaftliche Standards: Diese sollen, wie es in anderen wissenschaftlichen Disziplinen selbstverständlich ist, auch bei der Entwicklung von KI-Systemen angewandt werden. Durch die Veröffentlichung von Best Practices und Forschungsergebnissen sollen weitere Menschen in die Lage versetzt werden, KI-Anwendungen zun entwickeln.
  7. Der Missbrauch von KI-Anwendungen soll begrenzt werden: Dabei sollen der primäre Verwendungszweck, die Einzigartigkeit, die möglichen Auswirkungen und die Art der entwickelten Tools und Lösungen (für Kunden, für die allgemeine Nutzung und Speziallösungen) berücksichtigt werden.

 

Militärische Anwendungen weiter möglich

Ausdrücklich ausgeschlossen von der KI-Entwicklung werden Technologien, die dazu in der Lage sind, Schaden anzurichten. Sollte eine Entwicklung Schadenspotential besitzen, so soll diese nur dann vorangetrieben werden, wenn der mögliche Nutzen den möglichen Schaden übersteigt.

Waffen oder andere Technologien, deren primärer Zweck in der Verletzung von Menschen besteht, werden zwar ausdrücklich ausgeschlossen. Das gilt auch für Technologien, die Informationen sammeln oder die zur Überwachung dienen, wenn dies gegen international akzeptierte Normen verstößt. Google werde aber die militärische Zusammenarbeit auf bestimmten Gebieten fortsetzen. Dazu gehören die Bereiche Cybersicherheit, Training, Rekrutierung, Gesundheitsfürsorge für Veteranen sowie die Suche und Rettung (SAR).

Schließlich werden auch solche Anwendungen ausgeschlossen, die allgemein akzeptierten Prinzipien von Menschenrechten und internationalem Recht widersprechen.

Wie die Umsetzung dieser Prinzipien konkret aussehen wird, bleibt abzuwarten. Die Formulierungen lassen zumindest einiges an Spielraum dazu. Die ausdrücklich beschriebenen Ausnahmen im Bereich der militärischen Zusammenarbeit eröffnen Google zudem die Möglichkeit, bestehende Projekte fortzusetzen.

Damit sind Googles KI-Prinzipien zunächst einmal als kommunikative Maßnahme zu sehen, um die Öffentlichkeit positiv zu stimmen. Ob sich deshalb viel an Googles Vorhaben ändern wird, ist dagegen fraglich.

 

Titelbild: Google

 


Christian Kunz

Von Christian Kunz

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