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Suchmaschinen brauchen neue IdeenSuchmaschinen wie Google, Bing oder Yandex liefern uns Informationen in Sekundenschnelle. Für normale Suchanfragen mögen die Ergebnisse durchaus genügen, aber es gibt auch heute noch zahlreiche Bereiche, in denen es teilweise erheblichen Entwicklungsbedarf der Suche-Anbieter gibt. Dazu gehören zum Beispiel die Problematik der Filterblase, die mangelnde Privatsphäre beim Suchen, die Suche in kleinen Dokumentenkorpora oder das Erkennen von kontroversen Themen.

Zugegeben: Suchmaschinen haben in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte erzielt. Die Suchergebnisseiten (SERPs) von heute sind mit denen vor zehn Jahren kaum noch zu vergleichen. Der Trend geht zur Zusammenfassung verschiedener Informationen auf einer einzigen Seite. Dort findet der Nutzer dann nicht nur die klassischen Weblinks, sondern auch Bilder, Videos, Shoppingangebote, Nachrichten oder Tweets.

Die Nutzer möchten es gerne bequem. Es sollten möglichst wenige Klicks nötig sein, um an die gesuchten Informationen zu gelangen. Das ist auch einer der Gründe, warum sich Verticals, also bestimmte Spezialsuchen, die sich auf das Finden von Bildern, Videos oder anderer Medien konzentrieren, vergleichsweise schwer tun, wenn sie nicht auf einer zentralen SERP, sondern als paralleler Suchestrang angeboten werden.

Ein weiterer Trend ist, dass die Suchergebnisse immer persönlicher werden. Vergangene Suchanfragen, der Aufenthaltsort, die IP-Adresse und vieles mehr fließen in die Berechnung der Suchergebnisse ein. Die Relevanz der Suchergebnisse bestimmt sich schon lange nicht mehr aus der Suchanfrage selbst (den Keywords), sondern bezieht immer mehr implizite Faktoren mit ein. Doch gerade dadurch entsteht eines der größten Suchmaschinenprobleme der heutigen Zeit: die Filterblase (auch Filter Bubble genannt)

 

Die Filterblase

Worum geht es bei der Filterblase? Am einfachsten lässt sich das an einem Beispiel erklären: Ein Nutzer sucht  nach Informationen zu einem aktuellen Thema aus der nationalen Politik. In der Vergangenheit hat der Nutzer schon viele Suchen nach solchen Themen durchgeführt. Dabei bevorzugt er Suchergebnisse einer bestimmten politischen Richtung, die seiner Überzeugung entsprechen. Die Suchmaschine merkt sich, auf welche Suchergebnisse der Nutzer geklickt hat, und spielt ihm immer mehr von solchen Treffern aus, die in die entsprechende Richtung zeigen. Andere und davon abweichende Treffer werden dagegen unterdrückt oder erst weiter hinten ausgespielt. Dadurch verstärkt sich die Verschiebung in die bevorzugte Richtung des Nutzers (man spricht hier auch von Informations-Bias). Die Folge: Viele der verfügbaren Informationen dringen überhaupt nicht mehr zum Nutzer durch. Er wird in seiner Meinung bestärkt, ohne alternative Angebote zu erhalten. Der Nutzer befindet sich in einer so genannten Filterblase.

Suchmaschinen wie Google, soziale Netzwerke wie Facebook und ähnliche Angebote neigen stark zu diesem Verhalten. Von Suchmaschinen sollte man erwarten, dass sie Maßnahmen gegen diese Einengung des Blickwinkels treffen. Das könnte zum Beispiel dadurch geschehen, dass zusätzlich zu den personalisierten Suchergebnissen auch Alternativen angezeigt werden, die von den sonstigen Treffern abweichen. Dabei könnte eine Markierung der Suchtreffer helfen, die anzeigt, ob es sich um Treffer handelt, die den Vorlieben des Suchenden entsprechen, oder ob Alternativergebnisse ausgespielt wurden. Eine Aufweichung der Grenzen zwischen der persönlichen Informationswelt der Suchenden, also der Filterblase, und dem großen Rest außerhalb, ist anzustreben.

Ein weiterer Kritikpunkt individualisierter Suchergebnisse: Sie können nur erzeugt werden, wenn möglichst viele und umfassende Informationen über die Suchenden und ihre Suchanfragen, ihre Such-Historie und ihre Umwelt vorliegen. Das wiederum scheint unvereinbar mit dem Konzept der sicheren Suche, das auf Anonymität und Sicherheit der Datenübertragung sowie der Datenverwendung setzt. Ohne eine mögliche Zuordnung von Kontextinformationen zu einer suchenden Person ist die individuelle Anpassung der Suchergebnisse  schwierig. Ein möglicher Ausweg könnte darin bestehen, zwar eine Zuordnung von Suchanfragen zu einem Suchprozess, jedoch nicht zu einer Person vorzunehmen. Dazu wäre vor allem die Verwendung der vollständigen IP-Adresse der Nutzer zu vermeiden. Die IP-Adresse dürfte außerdem nicht auf den Servern der Suchmaschinen gespeichert werden.

 

Das Invisible Web

Google, Bing und andere Suchmaschinen haben inzwischen riesige Datenmengen von Milliarden Webseiten gesammelt. Die Indizes decken jedoch große Teile des gesamten Webs nicht ab. Viele Dokumente befinden sich im sogenannten Invisible Web. Diese Dokumente können entweder aus technischen Gründen nicht indexiert werden, etwa weil sie in nicht indexierbaren Formaten vorliegen (man denke zum Beispiel an Musikdateien), oder sie befinden sich in einem gesicherten Bereich, der nur per Login erreichbar ist. Dazu zählen viele Fachdatenbanken, zum Beispiel aus dem medizinischen, juristischen oder anderen Wissenschaftsbereichen. Solange diese Dokumente nicht oder nur in kleiner Zahl durch die Indizes der großen Suchmaschinen abgedeckt sind, kann von vollständigen Suchergebnissen nicht die Rede sein.

Zwar gibt es Fortschritte: So können heute zum Beispiel PDF-Dateien sehr einfach indexiert werden – doch wiegt das Problem der hinter einem Login versteckten Informationen nach wie vor schwer. Hier Abhilfe zu schaffen, erfordert bilaterale Abkommen zwischen den Suchmaschinen und den jeweiligen Informationsanbietern.

 

Ergebnisqualität bei kleinen Indizes

Bestimmte Verticals (Spezialsuchen) basieren auf vergleichsweise kleinen Dokumentenkorpora. Während sich im Index für Googles Websuche viele Milliarden Dokumente befinden, sieht das bei spezifischen wissenschaftlichen Themengebieten ganz anders aus. Hier gibt es jeweils vielleicht nur wenige Dutzend oder noch weniger potentielle Quellen. Die Folgen kann man recht gut erkennen, wenn man zum Beispiel Google Scholar nutzt: Hier werden die Suchanfragen noch sehr wörtlich auf den Text der Dokumente im Index angewandt. Die Anwendung von Phrasenerkennung oder gar semantische Interpretationen sind dagegen selten. Das führt zu einer größeren Zahl von nicht oder weniger relevanten Treffern in der Ergebnismenge und reduziert damit deren Qualität (auch Precision genannt).

 

Kontroverse Themen in Suchmaschinen

Suchmaschinen sind nicht besonders gut darin, verschiedene Meinungen  zu kennzeichnen. Kontrovers diskutierte Gebiete wie zum Beispiel Abtreibung  oder andere ethische Fragen können somit zum Spielball der Informationsgewinnung werden. Wer es schafft, mit seinen Inhalten auf die vorderen Plätze der Suchmaschinen zu gelangen, hat gute Chancen auf Vorteile in der Meinungsführerschaft. Die Aufgabe der Suchmaschinen wäre es hier, in entsprechenden Fällen auch die Inhalte anders denkender Teilnehmer im Web auszuspielen. Das geschieht aber leider nicht bzw. wenig und in keiner kontrollierten und abgestimmten Weise. So kann es passieren, dass diejenigen Recht erhalten, die sich den besten SEO leisten können und das größte Budget für Suchmaschinenoptimierung aufbringen können – ein untragbarer Zustand.

Damit in Verbindung steht ein weiterer Schwachpunkt vieler Suchmaschinen: Der Informations-Bias. Dieser bezeichnet eine Verschiebung des Verhältnisses von Suchergebnissen in eine bestimmte Richtung. Sehr schön kann man das am Beispiel von Suchen nach Krankheitssymptomen sehen. Hier überwiegen nachgewiesenermaßen solche Suchergebnisse, die eher in Richtung schwerwiegender Ursachen wie bestimmte chronische Krankheiten gehen. Webseiten, die eine weniger gravierende Erklärung bereithalten, sind dagegen unterrepräsentiert. Die Ursache dafür liegt auch im Verhalten der Nutzer begründet: Suchergebnisse mit eskalationsfördernden Inhalten klicken besser und werden daher auch höher gerankt.

 

Fazit: Die Entwicklung der Suchmaschinen steht noch am Anfang

Wer glaubt, in Punkto Suchmaschinen sei heute schon das meiste geschafft, der irrt sich ziemlich sicher. Das zeigt alleine die genannte Liste der Herausforderungen. Manche davon wie etwa die Auflösung der Filterblase oder die Kennzeichnung kontroverser Suchergebnisse scheinen leichter lösbar zu sein. An anderen Stellen stoßen Suchmaschinen an ihre Grenzen, was die nach wie vor große Zahl von dort nicht indexierten Dokumenten aus dem Invisible Web zeigt. Es bleibt zu hoffen, dass eine zunehmende Konkurrenz auf dem Suchemarkt auch zu einer (noch) größeren Innovations- und Schaffenskraft der Akteure führen wird, als deren Folge zumindest ein Teil der heute noch bestehenden Probleme gelöst werden kann.

 

Titelbild © aurora - Fotolia.com

 


Christian Kunz

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