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SEO-Blog

David vs. Goliath: Zwei-Klassen-Gesellschaft in der SEO

Der SEO-Markt ist schon längst aufgespalten: Für hart umkämpfte Suchbegriffe ist es ohne massiven Aufwand von Zeit und Geld kaum noch möglich, Spitzenpositionen zu erobern.  Gleichzeitig lassen sich für weniger umkämpfte Keywords immer noch recht einfach gute Rankings erzielen. SEO ist zur Zweiklassen-Gesellschaft geworden. Das ist nicht zu ändern. Wichtig ist vor allem eines: die richtige Strategie.

Die Zeiten sind längst vorbei, als mit wenigen Tricks wie Keyword-Stuffing oder ein paar Anmeldungen in Artikelverzeichnissen ein gutes Ranking sicher war. Wer sich heute im Suchmaschinen-Marketing gegen die Konkurrenz durchsetzen möchte, benötigt ein großes Budget und die richtigen Experten. Das gilt jedoch nur für umkämpfte Keywords. Für Keywords aus dem so genannten Long Tail – das sind meist Kombinationen aus mehreren Wörtern und / oder seltener gesuchte Begriffe – reichen mitunter oft schon einige grundlegende Optimierungen, um Erfolge zu erzielen. Diese Zweiteilung prägt den heutigen SEO-Markt. Zwischen den beiden Extremen gibt es nicht mehr viel. Wer das weiß, kann sich das Wissen zunutze machen und die dazu passende Strategie verfolgen.

 

Die Materialschlacht

Hart umkämpfte Keywords bringen es mit sich, dass gute Rankings nur mit erheblichem Aufwand erzielt werden können. Der Grund ist einfach: Auch die Mitbewerber wissen, wie man SEO macht. Die Erfolgsfaktoren guter Suchmaschinenoptimierung sind öffentlich bekannt. Und damit sind nicht die Onpage-Maßnahmen gemeint, die in diesem Umfeld selbstverständlich sind. Eine Webseite mit schlechter Linkstruktur, einer fehlerhaften robots.txt oder anderen Kardinalfehlern braucht den Wettstreit um die Plätze an der Sonne gar nicht erst anzutreten.

Die Energiequelle, aus der sich Top-Rankings speisen, sind nach wie vor gute Links. Und gute Links  bekommt man nicht mal eben so. Google wird immer anspruchsvoller und kann gekaufte Links immer besser erkennen – spätestens seit den Penguin-Updates. Guter Content alleine führt aber noch nicht zu hochwertigen Links. Hier soll nun nicht das ganze Link-Einmaleins wiedergekäut werden – dafür gibt es wirklich genügend andere Quellen. Entscheidend ist aber: Ohne gute Beziehungen gibt es keine guten Links. Gut für diejenigen, die potentielle Linkgeber für redaktionelle Links kennen. Für alle anderen heißt das: Geld in die Hand nehmen und diejenigen bezahlen, die diese Beziehungen haben. Und das kann wirklich teuer werden. Eine Wahl gibt es dabei nicht: Gute Rankings erfordern in diesem Marktumfeld einfach entsprechende Investitionen.

Wie man außerdem in letzter Zeit gesehen hat, wird Google auch in Punkto Technik immer anspruchsvoller. Das geht los bei der Seitengeschwindigkeit. Ladezeiten jenseits der zwei Sekunden gelten schon als nicht mehr akzeptabel. Dazu kommt die Meldung, dass Google Seiten bevorzugt, die über HTTPS ausgeliefert werden. All das lässt sich ebenfalls nur mit entsprechendem Aufwand erreichen und erfordert den Einsatz leistungsfähiger Server.

Und selbst wenn alles mit großem Aufwand optimiert wurde, gibt es immer noch einen großen Konkurrenten: Google selbst. In letzter Zeit wurde der Raum für organische Suchtreffer immer weiter reduziert. Stattdessen präsentiert Google seine eigenen Ergebnisse – man denke dabei nur an Shopping-Suchen, den Knowledge-Graphen etc. Man sollte sich also sehr gut überlegen, ob sich der ganze Aufwand tatsächlich lohnt.

Wer sich die Investitionen in teure Technik und hochwertige Links nicht leisten kann, hat zwei Möglichkeiten: Entweder auf bezahlte Anzeigen umsteigen (kann auch teuer werden), oder eine Nischenstrategie wählen.

 

Die Nischenstrategie

Die gute Nachricht: Für all diejenigen, für die eine Materialschlacht aus Kostengründen nicht in Frage kommt, gibt es viele Ausweichmöglichkeiten. Noch besser: Oft reichen schon ein paar Optimierungen, um deutliche Verbesserungen zu erzielen. Eine technisch einwandfreie Webseite mit guter interner Verlinkung, gut geschriebenen und regelmäßig aktualisierten Inhalten und etwas Liebe zum Detail, mehr braucht es nicht - wohlgemerkt gilt das nur für Nischen- und Long-Tail-Keywords.

Eine weitere Möglichkeit: Die lokale SEO-Strategie. Auch  bei Local SEO wird eine bestimmte Nische gesucht und auf diese optimiert. Die Konkurrenz ist im regional begrenzten Umfeld nun mal wesentlich geringer als auf globale Sicht. Local SEO stellt eine Unterdisziplin der Suchmaschinenoptimierung dar. Dabei setzt man vor allem darauf, dass bei bestimmten Suchanfragen zusätzliche Algorithmen der Suchmaschinen zum Tragen kommen, von denen auch kleinere, regionale Anbieter profitieren können – etwa durch Darstellung innerhalb von Google Maps.  An dieser Stelle sei eindringlich auf den Blog von Sebastian Socha verwiesen – einer der bekanntesten Experten für Local SEO in Deutschland.

 

Spezialsuchen

Wer aufgrund hoher Konkurrenz bei den „normalen“ Suchergebnissen, also in der Websuche, nicht zum Zuge kommt, dem stehen als Alternativen die Spezialsuchen (auch Verticals genannt) zur Verfügung. Hier sind vor allem die Bildersuche und die Nachrichtensuche zu nennen.

Oft unterschätzt wird die Bildersuche. Dabei kommt es gar nicht so selten vor, dass Ergebnisse aus der Bildersuche auf der normalen Suchergebnisseite von Google erscheinen - in einer so genannten Universal-Search-Box. Über Bilder lassen sich mitunter auch einige Klicks auf die eigene Webseite generieren. Der große Vorteil: Die Platzierungen in der Bildersuche sind bei weitem nicht so stark umkämpft wie die in der Websuche. Hier lassen sich schon mit wenigen Optimierungen spürbare Erfolge erzielen. Die besten Tipps für die Bildersuche gibt es bei Martin Mißfeldt’s tagSeoBlog.

Und dann noch ein wirklicher Kracher: Die News-Suche von Google. Wer es schafft, hier hineinzukommen, kann seinen Traffic erheblich steigern. Der Grund: Google zeigt News zu aktuellen Themen prominent auf der ersten Suchergebnisseite an. Mit dem richtigen Gespür für die passende Nachricht zur passenden Zeit lassen sich somit viele Klicks erzielen. Um in die Google-News aufgenommen zu werden, braucht es aber Fleiß und Geduld. Denn: Die Kandidaten werden von Google-Mitarbeitern geprüft. Nur wer regelmäßig, das heißt täglich, hochwertige Artikel veröffentlicht, hat auch eine Chance. Weitere Voraussetzungen (Auswahl):

  • - Inhalte mit Nachrichtencharakter. Also keine Shops, Anleitungen etc.
  • - Technische Voraussetzungen: spezielle News-Sitemap, Artikel mit numerischer ID (mindestens dreistellig) in der URL, idealerweise News-Meta-Tags
  • - Saubere Trennung der Kategorien, die in den News erscheinen sollen, von den anderen Inhalten der Webseite
  • - Mehrere Autoren (mindestens drei bis fünf)
  • - Fehlerfreie und neue Inhalte. Kein syndizierter Inhalt

Nicht unerwähnt bleiben sollen Videos: Zwar nimmt die Zahl der Video-Snippets auf den SERPs derzeit ab, doch kann man mit guten Videos auch innerhalb von YouTube einige wertvolle Klicks und vielleicht auch treue Besucher gewinnen. Video-SEO ist eine weitere wichtige Teildisziplin der Suchmaschinenoptimierung.

 

Bewertung: Welche SEO-Strategie ist die richtige für mich?

Zunächst einmal: Egal, welche Strategie man wählt, es gibt einige Dinge, die für alle gelten. Zunächst ist da die technische Optimierung (Onpage). Wie bereits erwähnt, sollte es selbstverständlich sein, dass in diesem Bereich die Hausaufgaben gemacht wurden.Vergleich von SEO-Strategien

Dazu kommt die wachsende Bedeutung von Social Media. Der Anteil des Traffics, der über Facebook, Twitter und Co. erzeugt wird, nimmt immer weiter zu. Facebook alleine ist für einen sehr großen Teil des weltweiten Traffics verantwortlich. Das bedeutet: Die Präsenz in den Netzwerken ist inzwischen fast unerlässlich geworden. Sehr gute Tipps dazu gibt es übrigens bei Björn Tantau.

Die Kombination verschiedener Techniken hilft dabei, möglichst viel Raum auf der Google-Suchergebnisseite einzunehmen. Neben dem klassischen Feld (den organischen Suchtreffern) gehören dazu die genannten Spezialsuchen, aber auch die bezahlten Suchanzeigen. Umso mehr vom verfügbaren „SERP-Grundstück“ eingenommen werden kann, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, einen Klick zu bekommen.

Man sollte seine SEO-Strategie auch niemals nur auf Google alleine ausrichten. Zwar ist Google in Deutschland mit weit mehr als 90 Prozent Marktanteil unangefochtener Marktführer, doch gibt es interessante Alternativen. Man denke etwa an DuckDuckGo, das mit der Wahrung der Privatsphäre der Nutzer wirbt. Auch Bing ist sehr aktiv und arbeitet stetig an der Verbesserung seiner Suche. Sollten sich die Verhältnisse am Markt also einmal verschieben, dann sind diejenigen im Vorteil, die vorausgedacht und auch für andere Suchmaschinen optimiert haben.

 

Ausblick

Für hart umkämpfte und teure Keywords wird der Markt immer enger. Erstens wird die Konkurrenz stetig größer, und zweitens wird das umkämpfte Terrain immer kleiner, weil Google entsprechend mehr Platz für sich selbst in Anspruch nimmt. Mögliche Strategien: immer mehr Aufwand für die Optimierung betreiben, in Suchmaschinenwerbung investieren und / oder auf Nischen ausweichen. Vor allem die Spezialsuchen (Bilder, Videos, News) bieten hier Möglichkeiten. Social Media und stets auch ein Blick auf die anderen Suchmaschinen runden eine erfolgreiche SEO-Strategie ab.

 

Titelbild © Ogerepus - Fotolia.com

 


Von Christian Kunz+ Mehr Informationen hier


 

 


 

 

 

 


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